broken_liveintexas

Broken [Live in Texas]
Wie sollte ich von Phoenix nach Dallas kommen? Ich konnte noch kein Auto fahren, meine Ellies hatten keinen Bock. Also blieb mir nur noch eins, ich musste Trampen. Ich zog meinen Rucksack unter dem Bett raus und packte meine Klamotten ein. Ich brauchte dringend Kohle, ich nahm mir einen Hammer und köpfte meine Spardose. 140$, nicht besonders viel, das würde nie reichen. Ich schlich mich in die Küche, Gott sei dank, hatten meine Eltern einen tiefen schlaf. Die Tasche meiner Mutter stand wie immer auf der Theke, ich nahm ihren Geldbeutel raus. Sollte ich wirklich? Das war es wir wert. Die 50$ sahen sehr verlockend aus. "Jessy, tu es einfach, kurz und schmerzlos!" sagte ich mir leise und nahm das Geld. Ich ging zurück in mein Zimmer. Ich sah mich noch mal um. Hatte ich auch alles? Scheiße der Schlafsack, wo war das verfluchte Teil bloß? Bei meinen Eltern im Zimmer. Ich ging ganz leise zu ihnen, ganz oben auf dem Schrank lag er. Ich nahm einen Stuhl und holte den ihn von Schrank runter, so jetzt hatte ich alles. Ich mochte meine Eltern aber sie waren es ja nicht wirklich, sie hatten mich vor knapp 9 Jahren adoptiert, davor war ich in einem Kinderheim nach dem andren, und in mindestens 10 verscheiden Familien. Ich hatte nie wirklich eine Familie, auch bei dieser fühlte ich mich nicht so, wie es sein sollte! Die beiden waren die liebsten Menschen die es gab aber das was mir alles passiert war, konnten selbst die, mich nicht vergessen lassen. Ich zog meine Schwarze Baggy, ein weißes Tank Top, eine pink- graue Strickjacke, meine Chucks und nen Nietengürtel an. Ich nahm einen Zettel, ich wollte nicht dass sich Jack und Caroline allzu große Sorgen  machten.


Hey ihr beiden,
macht euch keine Sorgen um mich, ich bin weg, um was Wichtiges zu erledigen. Komme bald wieder. Mir geht es gut. Ich hab euch lieb.

Cya Jessica


Ich legte den Zettel auf dem Tisch und beschwerte ihn mit dem Aschenbecher. Ich nahm mir noch was zu Futtern aus dem Kühlschrank und zog dann ab, in Richtung Autobahn. Um die Zeit, war nicht allzu viel los. Ich lief erstmal ein Stück neben der Straße. Ich musste nach Dallas, das war meine einzige Chance, es ihnen zu sagen. Ich würde es schaffen auf, wenn es das letzte war was ich tat. Langsam wurde es hell und der Verkehr wurde dichter. Ich blieb stehen und hielt den Daumen raus. Hoffentlich hielt bald jemand an, ich sah nicht so aus, als würde mich eine Familie mit Kindern gerne im Auto mitnehmen. Meine Tätowierungen konnte man zwar nicht sehen aber die Piercings waren nicht zu übersehen. Ich hatte in jedem Ohr 8 Löcher, eins in der Zunge, unter der Unterlippe, eins in der Augenbraue und eins im Bauchnabel, aber das war nicht so gewöhnlich, denn es war 6fach. Einen Stecker im Bauchnabel, dieser war 6 Armig, das heißt um meinen Bauchnabel waren noch 6 Kugelt, durch die Bauchdecke gestochen. Nach einer Stunde hielt ein Klein Bus. Ein Typ machte die Scheibe runter. " Wohin willst du?" " Nach Dallas!" " Steig ein, ich kann dich mit über die Grenze nehmen, aber von da an, musst du selber weiter!" " Kein Problem!" Ich stieg hinten in den Bus, da saßen noch 5 andre Jungs, die so 19 waren. Einer spielte Gitarre, ziemlich cool. Die Fahr dauerte 2 ½ Tage, ich hätte am liebsten gekotzt, so wie es hier wackelte. Ich sprach nicht viel, außer das sie mich fragten wo ich hin wollte und ich nur geantwortet hatte, das ich nach Dallas wollte, aber auf das warum gab ich keine, denn was ging die das an.
" Danke!" sagte ich und knallte die Tür zu. Bah, ich stank nach Bier und Qualm, hatte kaum ein Auge zu gemacht und wusste nur, dass ich in einem winzigen Ort in Texas war. Ich ging zum Bahnhof. "Entschuldigung, wann fährt der nächste Zug nach Dallas?" " In 6 Stunden!" sagte der Mann, freundlich, sah mich aber abwertend an. "Wie viel kostet denn die Fahrkarte?" "69 $, wenn du ohne Schlafplatz reißen möchtest!" "So viel Kohle hab ich gar nicht, aber ich nehme die normale Karte!" "Okay, das macht dann 69$!" "Hier bitte!" " Danke, viel Spaß!" Ich zog die Augenbraue hoch und ging. Ich kaufte mir nen' Eis und setzte mich auf eine Bank. Die Leute hier waren ziemlich verklemmt, denn sie starrten mich die ganze zeit an. 6 Stunden konnten schon verdammt lang sein, ich saß nur rum und hörte Musik. Ich konnte ja noch nichts planen, denn ich wusste ja nicht, wie es dort aussah. Ich stieg in den Zug und setzte mich in das Abteil, ein Junge mit schwarzen Dreadlocks saß da und las in einer Zeitung. Ich hörte Musik und sah aus dem Fenster. In 7 Stunden würde ich da sein. Das Konzert war morgen, das hieß ich konnte mich umsehen und einen Plan schmieden. Perfekter, konnte es nicht sein. "Was machst du in Dallas?" fragte der Junge und wandte zum ersten Mal, den Blick von seiner Zeitung. " Ich geh auf ein Konzert!" "Linkin Park?" Ich nickte. " Woher weißt du das?" " Ich fahr da auch hin!" "Ach so, aber ich hab noch nicht mal nen Ticket!" " Nein? Wie willst du denn dann rein kommen?" " Lass das meine Sorge sein!" sagte ich gelassen und machte wieder meinen Discman an. Wieso sollte ich dem sagen, was ich vorhatte. Ich stieg aus, die Sonne blendete, schnell hielt ich die Hand vor Augen. Ich lief durch Dallas, ohne Stadtplan, war es echt nicht leicht, sich überall zu Recht zu finden. Ich kaufte mir dann doch noch einen Plan und schnell fand ich die Konzerthalle. Keiner war da, ich sah mich um. Hier musste es doch eine Möglichkeit geben in den Backstagebereich zukommen. Die Jungs waren heute in Huston, man, da wäre ich jetzt auch gerne. Ich versuchte über einen Zaun zuklettern, doch irgendeiner zog mich hinten an der Jacke, wieder runter. " Na Junge Dame, was haben wir denn vor?" fragte ein alter Man, der verdammt nach einem Wachmann aussah. " Wo nach sieht's denn aus?!" fragte ich und löste mich aus dem Griff des Alten. Scheiße, wenn der auch morgen hier rum gammelte, dann konnte ich das vergessen. " Na, du willst einfach hier rein!" " Oh, das haben sie aber schnell erraten!" " Und jetzt lauf, bevor ich die Bullen hole!" " Ja, Alterchen, ist gut!" sagte ich und ging. So ne' Scheiße, das hieß, ich musste morgen, wenn alle hier waren darein oder wenn das Konzert begonnen hatte, aber ich würde es schaffen. Ich ging zu ner Telefonzelle und rief zuhause an. "Hallo?" sagte Caroline auf gewühlt. " Hey! Ich bin's Jessy!" " Wo bist du?" "Das sag ich nicht, aber mir geht es gut!" " Ist es wegen diesen Typen?" Ich sagte nichts, wenn sie heraus fanden, das ich in Dallas war, würden sie sofort kommen und mich nach hause holen. "Ich muss auflegen! Macht euch keine Sorgen!" sagte ich schnell und legte auf. Ich ging zum Park, hier war niemand, ich setzte mich auf eine Bank, und rauchte erstmal eine, das tat gut. Ich schloss die Boxen an meinen Discman und hörte laut Musik. Ich war ziemlich fertig. Ich nahm meinen Kram und ging zum pennen ins Gebüsch. Ich wachte morgens auf, und war sofort hell wach. Ich packte so schnell es ging meine Sachen und machte mich auf zur Halle. Ich stellte mich an den Hintereingang, versteckt hinter einem Müllcontainer. Sie waren noch nicht da, denn die Busse waren so hoch, die konnte man über den Zaun sehen. Jetzt saß ich hier seit 2 geschlagenen Stunden, diese Typen waren nicht in sicht und noch nicht mal ein Fan saß vor der Halle, okay wir hatten zwar erst 9 Uhr, aber wenn ich ne Karte hätte, hätte ich mich schon um 7 hier hin gesetzt. Auf einmal, sah ich einen Bus, und dann kamen noch welche, das Tor ging auf. Das war meine Chance, ich konnte an der Seite mit durch schlüpfen. Ich drückte mich an der Wand entlang und schob mich dann ganz sachte mit durchs Tor. Ich hatte es geschafft, ich war drin aber jetzt hieß es erstmal sich verstecken, damit mich niemand fand. Da war nichts, also, So ne scheiße, ich konnte so tun, als würde ich hier her gehören. Ich sah nur nicht so aus. Mit nem Schlafsack und nem Rucksack, der voll gepackt war mit Klamotten und essen. Da hinten war ein war ein Container, Ich kletterte auf das Dach und legte mich hin, ich glaub so konnte man mich nicht sehen. Ich schloss die Augen, und genoss die Sonnen Strahlen. " Chaz?" rief jemand, sofort schreckte ich hoch, duckte mich aber wieder. Ich kroch langsam zum Rand. Mike und Chester stand da, och du scheiße und ich konnte nicht zu ihnen, so nah war ich noch nie dran gewesen. Die beiden stiegen in so nen Auto, mit dem auf dem Golfplatz fuhr und fuhren weg. Super, und schon haste deine Chance verhauen, Jessy, sagte ich mir selber und kniff mich in den Arm.  Ich musste eingeschlafen sein, denn als ich aufwachte, hörte ich ganz in der nähe ein Geschreie, ich guckte auf die Uhr, es war 21 Uhr, oh man, gleich würden sie anfangen zu spielen. Hier liefen dauernd Leute rum und da waren sie. Sie gingen zur Bühne, und ich konnte sie nicht sehen. Mist verfluchte... Als das Konzert losging, waren hier kaum noch Leute. Ich kletterte an der Rückwand  runter, meine Sachen ließ ich hinter einem Auto liegen. Ich schlich hinter die Bühne. Oh Fuck, da war Chaz und er rockte voll ab, wenn ich das jetzt auch tun würde, würde ich auffallen. Ich starrte auf die Bühne, man ich war hin und weg, jeden Song sang ich mit. Mike und Chester redeten gerade mit dem Publikum, als Rob sich umdrehte und mir genau in die Augen sah. Ich war wie erstarrt. Er zeigte auf eine Wasserflasche und ein Handtuch, was neben mir auf einem Lautsprecher stand. Ich nahm beides und reichte es ihm. "Thx!" sagte er kurz und wandte sich dann von mir ab. Ich kam mir vor wie ein Teenie, der sich auf seine Lieblings Boyband freute. Ich zitterte, man war ich happy. Gegen Ende packte mich jemand am Arm. " Was machst du denn hier?" ein Security Mann. " Das Konzert ansehen!" fauchte ich und versuchte mich aus seinem Griff zu winden. Die Jungs spielten gerade, den letzten Song " One Step Closer". "Du kommst jetzt schön mit!" "Hey, lassen sich mich los!" schrie ich, und versuchte den Typ nur irgendwie zutreffen, das er mich los ließ. Er zog mich die Treppe runter. Er passte kurz nicht auf, und ich entwischte ihm. Ich rannte wieder hoch und stieß prompt mit jemand zusammen. "Au, scheiße pass doch auf du Idiot!" schrie ich, stand auf und blickte in Robs Gesicht. Ich war frontal in ihn geknallt und hatte ihn auch noch beschimpft, nur ich war dann hingefallen, er sah mich verwundert an, man war das peinlich. "Danke, Rob, die Göre hat sich hier rein geschlichen!" Ich sah Rob, flehend an, ich wollte Chester doch nur was sagen. "Sie gehört zu mir!" sagte er und legte seinen Arm um meine Schultern. "Ach so, warum hast du das nicht gleich gesagt Mädchen?" Ich zuckte mit den Schultern. Kaum war der Typ weg, sah mich Rob mit großen Augen an. "Sorry, ich glaub ich geh dann mal!" "Ist doch nicht schlimm und du kannst auch noch was bleiben!" "Rob, komm." Schrie jemand. Er ging, ich starrte ihm nach. Als er auf der Treppe war drehte er sich um. " Wo bleibst du?" " Ja!" sagte ich und ging ihm hinterher. "Wer ist das?" fragte Brad. "Sie gehört zu mir!" grinste Rob und ich musste mich zwischen ihn und Joe setzen. "Meine Sachen!" sagte ich auf einmal. " Was ist mit denen?" " Die liegen, da hinten hinter nem Auto!" Joe hielt das Teil an, ich stieg aus und rannte zurück. Meine Sachen lagen immer noch da, schnell nahm ich sie und stieg dann wieder zu den Jungs. "Wo kommst du her?" fragte Joe und fuhr durch eine Halle. "Aus Phoenix, Arizona!" " Ah, und wie heißt du?" "Jessica!" sagte ich leise, denn ich konnte es immer noch nicht fassen. Die nahmen mich mit in die Kabine. "Scheiße!" War das erste, was ich sagte als ich rein kam. Mike sah mich mit hoch gezogenen Augenbrauen an. "Was?" fragte ich und sah, ihn genauso an, wie er mich. "Wie bist eigentlich Backstage gekommen?" fragte Brad und ließ sich auf die Couch fallen. "Ich bin mit durchs Tor, als ihr heute Morgen, mit den Bussen gekommen seid, so einfach ist das!" Ich kramte in meinem Rucksack, und zog einen Schokoriegel raus, man war der zerquetscht. Ich stopfte ihn mir in den Mund. "Schmeckt' s?" Ich nickte und hielt Mike den Riegel hin. "Nee danke, iss den selber!" "Tu ich doch!" sagte ich mit vollem Mund und grinste. "Was wolltest du denn von uns?" fragte Chaz und zog sich ein neues Hemd an. "Ich wollte euch, danken!" "Wofür?" " Na, ihr habt mir mit eurer Musik unglaublich geholfen, ich war kurz davor mich um zu bringen!" Alle Augen, waren auf mich gerichtet, so viel Aufmerksamkeit, war ich nicht gewohnt. "Danke, so was hören wir gerne, aber warum wolltest du das machen?" Ich holte tief Luft, ich hatte noch nie wirklich darüber gesprochen, und das viel mir jetzt auch nicht gerade leicht. "Als ich 8 war, wurde ich Adoptiert, das war auch super, nach den 14 verschiedenen Kinderheimen und der 10ten Familie, aber da war so ein Typ, ein Nachbar, der hat mich immer wieder angefasst und mich einpaar mal Vergewaltigt. Ich hab mich nie getraut was zu sagen und hab mir selbst die Schuld gegeben." Ich wusste, dass die Jungs nicht wussten was sie sagen sollten, Mike legte nur seine Hand auf mein Knie, es war mitfühlend gemeint aber ich schob sie runter. "Ich hab mir immer gesagt, das passiert doch jeden Tag und das es nicht besonders ist, ich hab mich angefangen zu ritzen und kann es bis heute nicht sein lassen, aber eure Musik hat mich davon abgebracht mich um zubringen. Denn immer wenn ich sie höre, denke ich du wirst so viel verpassen und das klingt jetzt vielleicht doof, aber wollte euch das um begingt sagen, das ihr mein Leben total verändert habt und ihr die ersten seid, denen ich das erzählt hab." Ich biss mir selbst auf die Zunge, wieso erzählst du denen das, die interessiert das doch nicht, die haben wichtigeres zu tun. "Wow, das ist find ich super, das du zu uns das Vertrauen hast, das zu erzählen, ich weiß wie schwer das ist!" sagte Chester und sah mich mitfühlend an. "Hm, das war's schon, was ich wollte, ich glaub ich geh jetzt wieder! War schön euch getroffen zu haben!" "Nein, geh nicht, du kannst ja noch was bei uns bleiben!" sagte Mike schnell, stand auf und legte seine Hand auf meine Schulter. "Nein, du meine Eltern machen sich bestimmt sorgen und auch wenn es mir egal ist, kann ich das nicht tun!" "Wir bringen dich nach hause!" "Nein, ich fahr so zurück, wie ich hier her gekommen bin!" "Sagst du immer nein?" fragte Phoenix und grinste mich schön schmierig an. "Nein, eigentlich nicht, aber das was ich tun wollte, hab ich getan, und jetzt ist es Zeit zu gehen!" "Scheiße, man, bleib hier, wir nehmen dich mit!" sagte Mike fest und zog mich zurück zur Couch. Ich wurde nervös, das war ich doch die ganze Zeit nicht gewesen. "Mein Gott, welchen Teil, von Nein versteht ihr nicht!" "Nein, ist verdammt schwer zu verstehen, du bleibst, auch wenn ich dich zwingen muss!" Ich nickte widerwillig, zog meine Knie an und legte den Kopf darauf. Ich war richtig hibbelig, so nah, wollte ich ihnen immer sein und jetzt saß ich zwischen Mike und Chaz auf der Couch. Sie waren richtig nett und es gab viel zu lachen aber ich merkte, das sie über Sachen sprachen, von denen ich null Ahnung hatte, also hörte ich nur zu und nickte ab und zu mal. Gegen 2 Uhr gähnte ich, das erste Mal. "Willst du schlafen?" Chester, klang wie ein Vater, der sich um sein Kind kümmerte. "Ja, wäre schon langsam mal drin!" "Wir pennen im Bus, weil wir nachts zurückfahren, nach LA!" " Ach so, okay, aber ich muss nicht nach LA!" " Ich weiß, aber wir setzten dich dann bei dir ab!" "Cool, danke!" Chaz und ich gingen in den Bus. Er trug meinen Rucksack, war schon lieb von ihm aber ich kam mir scheiße vor, ich schlief bei denen im Bus, und konnte knapp 3 Tage bei ihnen sein, ich wusste das, dass nur ein Traum war, ich wachte bestimmt gleich auf. " So, du kannst oben schlafen, unten oder hinten auf der Bank, die ist aber auch bequem!" " Ich weiß nicht!" Ich ging mit ihm nach hinten, wenn ich hier schlafen sollte, musste ich erst mal aufräumen. Hier lagen überall Klamotten und alles Mögliche rum, echt toll. " Ich schlaf lieber vorne!" " Okay!" Er stellte meinen Rucksack, vors Bett. " Da ist das Bad, wenn man es so nennen kann, da kannst du dich umziehen, Zähne putzen und so! Ich komme in 20 Minuten, noch mal und guck nach dir!" Ich nickte, nahm meine Sachen und ging mich umziehen. In Shorts und einem Tank Top, ging ich im Bus auf und ab, es war so cool. Ich schaute mir alles an. Die geilsten Videospiele, DVD's, CDs. hier konnte man sich wohl fühlen, es roch zwar ziemlich seltsam, aber so musste es wohl sein, wenn nur Typen zusammen Wohnten. " Na!" sagte Mike und tippte mir auf die Schulter, ich sah mir gerade ein Buch an, das auf dem Tisch lag. " Oh, Sorry!" sagte ich schnell und legte, das Buch wieder hin. " Ist doch nicht schlimm, gehört Brad!" Ich nickte, ging zu meinem Rucksack und begann darin zu kramen. Es war zwar etwas kindisch aber ich zog mein Stofftier raus, was ich immer bei mir hatte, ich hatte es schon mein ganzes Leben lang, es war früher mein einziger Freund gewesen. "Süßer Bär!" sagte Mike und betrachtete mein Kuscheltier. "Das ist ein Panter!" sagte ich trotzig und presste es an mich. "Sorry, war nur ein Scherz, ich wollte nur wissen ob du weißt, was es für ein Tier ist!" Ich verdrehte die Augen und zog eine Augenbraue hoch. "Ich geh jetzt pennen!" sagte ich leise und krabbelte in mein Bett. "Gute Nacht, Jess, träum schön!" sagte Mike und zwinkerte mir zu. " Danke!" Ich drehte mich rum und hörte, wie sich die Tür, des Busses schloss. Ich war zwar müde, konnte aber nicht einschlafen, denn mein Kopf arbeitete wie verrückt, doch irgendwann schlief ich ein.

Ich wachte gegen Mittag auf und krabbelte ganz langsam aus meinem Bett. Die Jungs saßen vorne und redeten. "Morgen!" sagte ich und streckte mich. "Wie war deine erste Nacht?" fragte Rob und rutschte ein Stück, so das ich mich setzten konnte. " Super!" Ich ließ mich auf neben ihn fallen. "Das ist gut, willst du was essen oder trinken?" Ich schüttelte den Kopf und legte ihn auf den Tisch. " Bist wohl noch nicht ausgeschlafen?" grinste Mike, während er mit Brad und Chaz Play Station spielte. " Wenn du meinst!" " Bist du immer so schlecht drauf?" " Nein, ich will nur noch was pennen, man!" " Ist ja schon gut!" Ich ging wieder ins Bett, doch einschlafen konnte ich nicht, denn die Jungs lachten pausenlos, aber beschweren tat ich mich nicht, denn was hatte ich schon zu melden. " Jess, willst du nicht mal aufstehen?" fragte Chaz und ich wusste, dass er vor meinem Bett stand. " Hm!" nuschelte ich und drehte mich weg von ihm. " Komm schon, wir möchten dich doch noch sehen, wenn  du hier bist!" Ich stand auf und ging ins Bad. " Chester, kann ich duschen?" fragte ich mit der Zahnbürste im Mund. " Natürlich!" Ich ging wieder ins Bad und stieg unter die Dusche, in diesen Dingern konnte man sich ja kaum drehen, aber es tat gut. Ich hatte die Angewohnheit immer unter der Dusche zu singen. Mittlerweile, sang ich von Evanescence - Everybody's Fool. Eigentlich hörte ich solche Musik nicht aber der Song gefiel mir, besonders das Video. Ich kam vollständig angezogen aus dem Bad, die Jungs starrten mich an, als hätte ich was verbrochen. " Was ist?" fragte ich und setzte mich auf den Boden. " Singst du immer so laut?" fragte Brad und trank nen Schluck Kaffee. " Jo, manchmal! Du Chaz, darf ich mal ziehen?" fragte ich und deutete auf seine Kippe. " Klar!" Er reichte sie mir und ich nahm einen Zug, man tat das gut. " Danke!" " Rauchst du etwa?" " Jupp, öfters oder mal nen' Joint!" " Krass!" Ich legte mich auf den Boden und starrte an die Decke. " Mach mal einer CD an!" sagte ich und trommelte mit den Fingern auf dem Boden, was eigentlich immer alle total kirre machte. " Was willst du denn hören?" fragte Rob und kramte in den CDs.  Ich nahm meinen Rucksack und zog meine raus. " Da!" sagte ich und hielt Rob meine hin. " Was ist das?" " The Darkness, eine Band aus England, die sind gut!" "Okay, wenn du das hören willst!" Und schon erklang die Stimme von Justin Hawkins, mein Gott, diese Stimme war so geil. " Man, was ist?" sagte Mike und kam aus dem Bad. "The Darkness!" grinste Chaz und gab mir noch mal seine Kippe. Ich spielte mit ihm Nintendo, das dumme war nur, er konnte das Spiel im Schlaf und ich hatte keinen Peil, wie das ging, aber ich merkte, das er mich gewinnen ließ. "Lass das!" sagte ich und stupste Chaz an, der einwenig schwankte. " Was?" " Hör auf mich gewinnen zu lassen!" " Bitte, wenn du verlieren willst, mir macht das ja nichts!"  " Soll ich dir helfen?" fragte Mike und wollte mit den Joystick wegnehmen aber ich schlug ihm auf den Arm und hielt den Joystick fest gepackt. " Ist ja gut!"  "Pfoten Weg!"  " Das Mädel ist nicht auf die Fresse gefallen!" grinste Chaz und legte den Arm um mich. " Tja, was man nicht alles lernt, wenn man halb auf der Straße lebt!" sagte ich und wandte mich wieder dem Spiel zu. Ich wusste nicht, warum ich so zu Mike war, ich wusste eigentlich noch nicht mal, was ich hier machte. " Gewonnen!" sagte Chaz und freute sich wie ein Honigkuchenpferd. Ich setzte mich auf mein Bett und hörte mit meinem Discman, ein bisschen Linkin Park, wie immer sang ich leise mit. Ich zog mein Tagebuch raus und schrieb ein bisschen, für gewöhnlich waren es Gedichte, Songtexte oder ab und zu mal ein normaler Eintrag. Ich wollte mal wieder nen Joint rauchen, man langsam wurde ich richtig hibbelig, alle würden jetzt sagen, das ich abhängig war aber ich fand das einfach lustig, genau wie ab und zu mal eine Nase zunehmen. " Was machst du da?" fragte Rob und kniete sich neben das Bett. " Schreiben!" " Was denn so?" " Nen' Gedicht, ist aber nicht besonders gut!" " Darf ich es lesen?" Ich schüttelte den Kopf und schlug das Buch zu. " Du, bist aus Phoenix, genau wie Chaz!" " Ja, ich weiß aber nicht was besonders sein soll!" sagte ich, während ich mit der Klinge meines Taschenmessers, sanft über meinen Arm fuhr. Manchmal hatte ich echt keine Lust mehr zu leben, am liebsten hätte das Messer in meine Pulsadern gerammt. " Jess?" " Ja?" " Gib mir das!" sagte Rob und deutete auf das Messer. "Never!" ich klappte es ein und wollte es schnell verschwinden lassen, doch Rob hatte schon die Hand danach ausgestreckt. "Nein!" schrie ich und wich zurück, ich wusste, dass ich gerade total überreagierte aber das Teil war das einzige, das mir meinen Schmerz erleichterte, den ich immer verspürte. " Was ist denn los?" fragte Chaz und sah uns an. " Jess, will sich ritzen und setzt das Messer an die Pulsadern." Sagte Rob und ich sah wie Chaz schluckte. " Lass das bitte!" Chester setzte sich zu mir und sah mich an, doch ich konnte ihn nicht ansehen. " Warum machst du das?" Mein Mund war trocken. " Ich hab doch gar nichts gemacht!" " Noch nicht, weißt du ich kenn das und wenn du nicht damit auf hörst, musst du, egal wie doof das jetzt klingen mag, in Therapie und das ist garantiert nicht schön!" " Ja, aber es tut gut, es lässt mich das vergessen  was ich erlebt hab!" " Das ist wie mit dem Kiffen, so lang du zu bist, ist alles toll aber sobald du es nicht mehr bist hast du immer noch die Probleme!" Ich nickte und wischte mir eine Träne weg, ich konnte doch vor Chaz, nicht anfangen zu flennen. " Darf ich mal deine Arme sehen?" Ich schob meine Ärmel hoch und hielt ihm meine Arme hin. " Oh Gott, wie viele Narben hast du insgesamt?" " Über 50!" " Und wo?" " An den Beinen, Armen, Rücken und am Bauch, ich weiß ich sehe aus, als hätte mich jemand misshandelt!" " Ja, weißt du, da find selbst ich keine Worte für!" sagte Er und nahm mich in den Arm, doch ich drückte ihn sofort weg, denn ich war es nicht wirklich gewöhnt wenn jemand so nah bei mir war, obwohl ich Chaz echt mochte. Ich stand auf und ging zu den andren. Ich hasste mein Leben, manchmal kam es mir wirklich, wie ein Strafe vor, das ich überhaupt geboren wurde. Ich kaute an den Fingernägeln und starrte aus dem Fenster, es begann zu regnen. Wie immer, war ich mittlerweile in meiner Welt, wo es keine widerlich Typen gab und in der ich vollkommen ich selbst sein konnte, ohne auch nur auf etwas Rücksicht zu nehmen. In meinen Gedanken spielten sich immer wieder diese Bilder, von meinen Vergewaltigungen ab, sie verfolgten mich als, würden sie an mir kleben, deshalb liebte ich auch den Song Figure.09 von Linkin Park, denn genauso fühlte ich mich. Wie immer fuhr ich mit den Fingern über meine Narben und kaute auf meiner Unterlippe. Ich stand auf und nahm mein Tagebuch raus, jetzt wo ich mich nicht ritzen konnte, wenn ich den drang dazuverspürte. " Jess?" fragte Mike und ich merkte seine Hand auf meiner Schulter. " Ja?" " Wir essen jetzt, willst du auch was?" " Hm, ja!" Ich folgte ihm und setzte mich zwischen ihn und Chaz, die Jungs schoben sich ein Stück Pizza nachdem anderen rein, während ich nur 2 aß, na ja ich hatte nie besonders viel Hunger. Nach dem Essen, stand ich auf und legte mich auf mein Bett, die Jungs saßen noch am Tisch. Ich zog mein Taschenmesser raus und setzte es auf meinem Arm an, ich drückte es runter, wie immer begann es zu bluten. Ich wiederholte es noch 4-mal, bevor ich das Messer wieder in den Rucksack packte. Ich presste meine Hand auf die Schnitte, doch das Blut trat zwischen meinen Finger hervor. Ich stand auf und ging ins Bad, ich nahm Toilettenpapier und wickelte es um meinen Arm, wenn Chester das sah, wurde er mich killen. "Was machst du da drin?" fragte Brad und klopfte gegen die Tür. "Nichts, man!" schrie ich und wurde panisch, denn es wollte einfach nicht aufhören zu Bluten, vielleicht hatte ich eine Ader getroffen. Ich öffnete die Tür und tat so als wäre nichts, schnell zog ich den Ärmel meiner Jacke darüber und setzte mich neben Phoenix. Wir unterhielten uns, es war wirklich lustig, aber über was die alles lachten. "Was hast du da?" fragte Chester und deutete auf meinen Arm. Das Blut durchtränkte an einigen Stellen den Ärmel meiner Jacke. "Nichts!" Sein Blick war durchleuchtend, ich wusste, dass er es gemerkt hatte. "Du hast es wieder gemacht!" Ich nickte stumm und starrte auf meine Knie, er setzte sich neben mich. " Zeig mal!" Ich hielt ihm meinen Arm hin und er betrachtete alles genau. " Joe, kannst du mal den Verbandskasten holen?" " Jo!" Joe stand auf und kam nach wenigen Minuten wieder. " Hier!" Er reichte ihn Chaz, dieser machte mir einen Verband. Wieso war er so ruhig, ich wurde richtig unsicher. " Wieso hast du das gemacht?" "Ich weiß nicht..!" stammelte ich und begann wieder an meinen Fingernägeln zu kauen. " Ich hab dich doch gebeten auf zu hören!" " Ja, Sorry!" " Das ist Selbstverstümmlung!" Wieso schrie er mich nicht an? Ich war es gewohnt angeschrieen zu werden oder mal eine geklatscht zu bekommen. " Warum schreist du nicht?" " Weil, dass auch nichts bringt, ich muss dir so klar machen, dass es nicht gut für dich ist, das macht dich seelisch nur noch mehr fertig!" "  Du klingst wie nen' Typ aus der Klapse!" " Wenn du meinst!" " Ja, mein Gott, ich halt das nicht aus, jetzt bestraf mich endlich dafür das ich so dumm bin, sonst muss ich das selber tun!" schrie ich und war schon fast am heulen, ich konnte damit nicht umgehen, das er so ruhig blieb, weil meine Eltern mich sonst auch immer sofort ausrassteten, wenn ich etwas falsches machte oder auch nur eine Sache machte die ihnen nicht in dem Kram passte. " Nein, Jess das werde ich ganz bestimmt nicht, das bringt uns beiden nichts!" " Ach lass mich doch, ich hasse dich!" schrie ich und lief zu meinem Bett. Ich heulte rotz und Wasser, am liebsten hätte ich mir jetzt die Kugel gegeben. Plötzlich merkte ich wie sich mein Bett an einer Stelle senkte und jemand seine Hand auf meinen Rücken legte. Ich drückte sie weg und rutschte ganz nah an die Wand. " Jessy, was ist los?" Es war Mike, er klang irgendwie entsetzt und auch neugierig. " Nichts!" " Das sieht aber nicht, nach nichts aus!" "Ich weiß, nicht weiter!" " Hey, was ist denn los, du kannst es mir sagen!" "Ich will nicht mehr leben!" " Das darfst du nicht sagen, es gibt immer einen Grund, weiter zu leben und es gibt immer einen Funken Hoffnung!" Es klang alles fremd, so positiv würde ich nie denken können. " Weißt du ich bin fast 18 und schon reif für die Klapse!" " Nein, das bist du nicht!" " Und ob ich das bin, du hast doch keine Ahnung, von mir!" " Das stimmt aber das kann man ja ändern!" " Weißt, mein Dad sagt immer, das wenn ihr eure Fans anseht das ihr nur  Dollarzeichen in den Augen habt und vielleicht hat er Recht!" " Dann hat dein Dad aber null Ahnung von uns!" " Ich weiß nicht.so sind Eltern halt!" " Tja, weißt du solltest nicht weinen, Chaz will dir doch nur helfen und ich will das auch!" Ich zog die Augenbrauen hoch. " Soll ich dir mal was sagen, ich hab Chester gesagt, das ich ihn hassen würde!" " Warum?" " Weil er mir helfen wollte und ich das nicht kenne. Zu hause schreien meine Eltern mich immer an oder ich krieg eine gewischt, ich mach halt alles falsch!" " Du darfst dich selbst nicht schlecht machen!" " Aber genau das bin ich, ich bin es nicht wert zu leben!" Ich sah das Entsetzen in seinem Blick. " Ich sag dir jetzt mal was, jeder Mensch hat das Recht zu leben und du bist es Wert, zu leben, wer hat dir eigentlich diese Scheiße erzählt?" Ich wusste nicht was ich sagen sollte. " Komm mal her!" Er nahm mich in den Arm, mein Kopf lag an seiner Brust, ich begann zu zittern. Er streichelte über meinen Rücken, ich hob meinen Kopf und sah ihn an. Als seine Hand meine Wange berührte zuckte ich zusammen, er wischte mir eine Träne weg. Seine Hände waren so sanft, das ich eine Gänsehaut davon bekam. Ich spürte seine Lippen auf meinen, wie aus Reflex schloss ich die Augen. Er legte seine Hände auf meine Hüfte. " Oh Fuck!" Das war Chaz und sofort lösten sich unsere Lippen von einander. " Geht's dir noch gut?" " Klar, warum auch nicht?" fragte Mike und ich wurde total unsicher. " Das ist jetzt nicht wahr!" Chester war fassungslos, er zog Mike nach hinten in den letzten Teil des Busses. Die Tür war zwar zu aber man konnte die Stimmen klar und deutlich hören.
"Hast du sie noch alle?" sagte Chester und ich hörte das er sich ne Kippe an zündete. "Was ist dein Problem man?" "Du bist ihr Vorbild, und ein unerreichtes Ziel gewesen, jetzt ist sie hier, kann dich erleben und du küsst sie!" "Sie hat den Kuss erwidert!" protestierte Mike und ich wusste dass es nicht mehr lange dauerte bis sie laut wurden. "Vielleicht machst du ihr Hoffungen!" "Ach quatsch, sie weiß dass ich sie nur aufmuntern wollte!" "Weißt du eigentlich, was du anrichtest, sie ist jetzt schon vollkommen fertig mit den Nerven und ihre Seelischen Wunden sind viel zu tief, als das man mit ihr spielen kann!" "Ach, Chaz du übertreibst!" "Achja, sehe ich so aus als würde ich das? Weißt du wie schwer das alles für sie ist? Und weißt du wie schwer das für sie sein muss, jemals einem Typ vertrauen zu schenken, nachdem was ihr passiert ist!" "Hey, ich bin kein Gefühlsloser Idiot, ich versteh das, aber ich wollte sie aufmuntern, damit sie mal glücklich ist!" Das hörte sich so an, als sollte ich da nicht zu hören, ich wusste ja nicht mal, warum den Kuss von Mike erwidert hatte, ich wusste das es falsch war, und ich kam mir vor wie ein kleines dummes Mädchen, das sich auf ihren Lieblingsstar einließ und dann eiskalt fallen gelassen wird. Ich ging ins Bad und schloss die Tür ab. Ich betrachtete mich im Spiegel, ich konnte den Anblick noch nicht mal ertragen. Ich hasste mich selbst,  ich war auf diesen Arsch reingefallen, er hatte es noch nicht mal ernst gemeint, ich war wie ein Spielzeug. Ich hätte am liebsten in dem Spiegel geschlagen, aber ich ließ es. Ich ging zu Joe und setzte mich neben ihn. Ich zog die Knie an, verschränkte meine Hände vor den Schienbeinen. Ich war richtig hibbelig, ich hätte mich am liebsten geritzt, auf dem Tisch lag ein Schnürsenkel, ich nahm im und schnürte mir ein Stück meines Arms ab, meine Pulsadern traten raus, auf dem Tisch lag ein Messer ich nahm es und wollte mir gerade sie Spitze in die Adern drücken, als es mir jemand aus der Hand nahm. Ich blickte auf und sah, das es war Joe. " Mein Gott, jetzt hör doch mal auf damit!" sagte er und räumte das Messer weg. " Lass mich doch in Ruhe!" Er verdrehte die Augen und machte die Schnur von meinem Arm ab. " Wir lassen dich garantiert nicht in Ruhe, du brauchst Hilfe!" " Ach was verstehst du denn schon?" Ich stand auf und legte mich ins Bett, machte meinen Discman an und versuchte, keinen Gedanken mehr an Mike zu verschwänden. Er hatte mir zwar keine Hoffungen gemacht aber ich hatte mal meine Vergangenheit vergessen. Ich fing an zu heulen und wickelte den Verband ab, es hatten sich schon leichte Krusten gebildet, ich begann sie abzukratzen. Das Blut tropfte auf das Laken, aber es ging mir am Arsch vorbei. Schon wieder dachte ich an Selbstmord, ich konnte es einfach nicht lassen. Ich merkte wie jemand meinen Namen sagte, aber ich reagierte nicht, lieber stellte ich mich schlafen, als ihnen noch mal in die Augen zu sehen. Ich schloss die Augen und schon sah, meinen Vergewaltiger, wie er mich angefasst hatte und mich zu Sachen gezwungen hatte, ich hatte das Gefühl jemand würde mir die Luft abschnüren. Ich wurde panisch, ich dachte ich würde ersticken. Ich sprang auf und ging zu den Jungs.    " Ich krieg kaum Luft!" sagte ich leise, unter heftigem Atmen. " Was ist denn passiert!" fragte Rob und kam zu mir. " Ich weiß nicht!" Rob nahm meinen Arm und fühlte meinen Puls. " Der rast ja, nimmst du Tabletten?" Ich schüttelte den Kopf und schlug mir mit der Hand auf den Brustkorb. " Geht's?" fragte Chaz besorgt. " Ja, ein bisschen!" Ich setzte mich neben ihn. Ich hatte das Gefühl ich wäre unzählige km gerannt. "Was war denn?" " Ich war eingeschlafen und da hab ich von meiner Vergewaltigung geträumt!" sagte ich leise und ich wusste, dass ich gleich anfangen würde zu flennen. " Shit!" sagte Chaz und nahm mich in den Arm, ich stieß ihn nicht weg, sondern lehnte mich an ihn. Es tat gut, mal in den Arm genommen zu werden, besonders weil er mich voll und ganz verstand, er hatte ja das gleiche erlebt. Ich merkte wie die erste Träne über meine Wange rollte, Chaz's  Hand ruhte auf meinem Rücken. Ich  löste mich aus der Umarmung und wischte meine Tränen weg, mir kam es so vor als hätte ich Freunde gefunden, aber da täuschte ich mich bestimmt! Für sie war ich ein Fan, der Probleme hatte und dem sie versuchten zu helfen aus Solidarität, aber mehr konnte einfach nicht dahinter stecken. Erst jetzt viel mir auf, das Joe und Brad schon im Bett sein mussten, denn nur noch Chaz, Mike, Phoenix und Rob saßen hier. " Wo sind Joe und Brad?" " Pennen schon!" grinste Mike und doch ich sah weg als unsere Blicke sich trafen. " Willst du was Trinken, nen' Tee oder so zu Beruhigung?" fragte Phoenix, während ich mit glasigem Blick nach draußen ins Dunkle starrte. " Ja!" "Du Jess, Rob hat mir gesagt, das du Gedichte schreibst, also ich würde gerne mal eins lesen!" sagte Chaz und sofort sah ich ihn an und dann Rob, aber dieser grinste verlegen und wandte sich dann wieder seinem Videospiel zu. "Never!" " Komm bitte!" "Na gut, aber die sind schlecht!" "Das glaub ich nicht!" "Wenn du meinst!" Ich stand auf und holte mein Tagebuch. "Da, ließ alles, wenn du willst!" sagte ich und ließ mich wieder neben ihn auf die Couch fallen. Er schüttelte den Kopf und schlug es irgendwo auf, ich sah ihm über die Schulter.

Immer wenn ich mich erinnere,
dann sehe ich dich.
Ich sehe dein Gesicht,
welches schlecht zuerkennen ist.
Ich habe Angst,
kann nicht mehr atmen,
wegen dir.

Dein Körper ist immer noch auf meinem,
das fühle ich bis heute noch.
Ich sehe nichts mehr,
alles ist schwarz,
ich möchte sterben,
das wäre mein sehnlichster Wunsch,
weil die Narben, die du mir zugefügt hast,
nagen bis heute an meiner Seele.

Denken,
denken konnte ich nicht in diesem Moment,
ich werde es auch nicht verdrängen können,
dieses Gefühl,
diesen Schmerz,
dieses schwarze Loch
was sich bei mir Seele schimpft.


Chaz machte das Buch zu und sah mich an. " Das ist echt, na wie soll ich sagen, gut. Du schreibst richtig toll, es ist eine gute Art seine Gefühle aus zudrücken, hör bloß nie damit auf!" Ich nickte und nahm dann schnell mein Buch an mich. " Gute Nacht!" sagte ich und ging dann schnell wieder ins Bett. Diesmal schlief ich ein, ohne auch nur einen Gedanken an, dieses Arsch von Vergewaltiger zu verschwänden.

Ich wachte auf und drehte mich um, ich sah, wie Rob friedlich schlief, jedenfalls hatte er gesabbert. Ich stand auf, war ich die erste, die wach war? Na ja, Phoenix und Mike waren vorne, vor der Play Station eingeschlafen. Ich zog die Augenbrauen hoch und setzte mich ans Fenster. Es hatte geregnet, wir waren fast in Arizona, so ne Scheiße. Auf einmal hielt der Bus ruckartig und Mike fiel von der Couch. " Was ist denn los?" fragte er verschlafen und erhob sich langsam. Ich zuckte mit den Schultern und ging zu Chester. " Chaz!" sagte ich und stupste ihn an. " Ja!" " Es ist irgendwas mit dem Bus!" "Was?" Sofort war er auf den Beinen. "Keine Ahnung, wir haben ganz plötzlich gestoppt!" sagte Mike, der sich anscheinend am Kopf gestoßen hatte. Chaz ging zum Fahrer und redete mit ihm. " ast du dich gestoßen?" fragte ich Mike, nur um mal Einbisschen  Konversation zumachen.  Ja! Kannst du mal gucken, ob ich jetzt ne Beule hab?" Er grinste verdammt süß, scheiße man! " Hm, ja!" Wieso stand, der noch, so groß war ich nicht, das ich im stehen auf seinen Kopf gucken konnte. "Setz, dich man!" sagte ich und betrachtete meine Wunden, am Arm. Er setzte sich, ich krabbelte auf die Bank und kniete mich neben ihn. Man, hatte der viel Gel in den Haaren, wie sollte man dann auf die Kopfhaut gucken können. Ich fuhr mit der Hand über seinen Kopf. " Ich glaub, da ist nichts, aber du hast Schuppen!" Er zog die Augenbrauen hoch und zog mich auf seinen Schoß. " Das glaub ich dir aber nicht!" " Solltest du aber!" " Okay, was krieg, wenn ich dir das glaube?" " Nen' Gutschein für'n Tritt in den Arsch!" sagte ich und stand auf, auf so was wie gestern hatte ich keinen Bock, auch wenn es gut gemeint war. Chester hatte Recht, das würde mich nur noch mehr runter ziehen. " Okay, das ist auch was!" Ich sah ihn schief an und setzte mich dann ihm gegenüber. " Also Leute, wir müssen für eine Nacht ins Motel!" " Echt?" fragte Rob, der mittlerweile aufgestanden war. "Ja, ist irgendwas mit dem Motor oder so, das heißt, wir schaffen es gerade so bis zum Motel!" Alle nickten und Chaz setzte sich neben mich. " Sorry, das es solange dauert, bis wir dich  zu hause abliefern!" " Hey, ich finde das super! " " Na dann, willst du denn mal zuhause anrufen, und sagen, das es dir gut geht!" " Ne, lass mal, das ist doch egal!" " Ist deine Sache, aber würde dir mein Handy dafür geben!" Ich schüttelte den Kopf und gähnte erstmal ausgiebig. " Sorry, das ich dich geweckt hab!" sagte ich leise. " Kein Problem, du musst nur meinen Namen sagen und schon bin ich da und helfe dir!" " Klar, jetzt übertreibst du!" " Nein!" " Okay, wenn ich mal den Müll raus tragen muss, das sage einfach, "Chester komm her", und du bist dann sofort da und hilfst mir, cool!" "So, natürlich nicht aber wenn du Probleme hast, dann kannst du mich anrufen und mit mir darüber sprechen, wenn du das möchtest!" Ich sah ihn mit großen Augen an, das war doch jetzt nicht wahr, der bot mir an ihn anzurufen, wenn es mir scheiße ging. " Danke, das werde ich machen!" Ich wusste das es nur daran lag, das er wusste ich würde mich irgendwann wirklich umbringen würde und das wollte er verhindern. " Frühstücken!" sagte Mike und ging in die ,Küche'! Man, wie viel konnte man essen? Was die alles verdrückten, da hätte ich schon längst gekotzt. " Wie geht's dir?" fragte mich Brad, beim Frühstück. " Gut!" Log ich, ich tat immer vor andren, als würde es mir gut gehen und wenn ich dann alleine war, fiel ich mein Schwarzes Loch und wusste nicht mal ob ich da je wieder rauskommen würde. " So Jungs, wir sind da!" rief der Fahrer und sofort standen wir auf. Ich nahm meinen Rucksack und packte mein Stofftier darein. Wir gingen in das Motel, alle starrten uns an, 6 Typen und ein Mädchen, das aussah wie eine Leiche. Ich hielt mich dicht an Chester, damit mich bloß niemand von ihnen trennte. "Wir brauchen 3 Zimmer!" sagte Phoenix an der Rezeption. "Doppelzimmer?" Diese freundlich art, der Tussi konnte ich jetzt schon nicht leiden. " Hm, ja 2 Doppel und 1 drei Bett Zimmer oder Jungs?" fragte Phoenix. "Jupp, also Jess, wenn es dir nichts ausmacht, mit 2 von uns in einem Zimmer zu leben!" fragte Brad und gab mir einen klaps auf die Schulter. Ich nickte kurz und sah mich dann um. Man, hier waren schon viele Leute, aber na ja, ich hasste Menschenmengen. " Jess, komm schon!" sagte Mike und zog mich dann hinter sich her. Wir standen draußen auf dem Parkplatz. " Also, wer geht mit wem in ein Zimmer?" fragte Joe und kratze sich an der Nase. " Also Jess geht mit mir, das steht fest!" sagte Chaz und ich nickte zustimmend. " Ich komm mir vor, wie in der Schule, wo die Teams ausgewählt werden." sagte Rob. " Okay, wenn das so ist, dann will ich dich, Rob!" grinste Brad und schubste Phoenix zu Joe. " Mike ist übrig! Los erbarme sich einer und nimmt ihn!" " Och Leute macht schon!" sagte Mike und grinste. " Okay, wir nehmen dich aber dass eins klar ist, das machen wir nur aus Höflichkeit!" sagte Chaz und Phoenix gab uns den Schlüssel. Wir gingen in das Zimmer, ein Doppel und ein Einzelbett. Na, das wird toll, dachte ich mir, entweder durfte ich alleine pennen oder mit einem der beiden im Bett. Wow, ich freute mich ja so. " Also, wer schläft wo?" fragte Mike, während er sich aufs Bett fallen ließ. Ich legte meinen Rucksack auf den Boden und stellte mich unsicher neben die Tür. " Ist mir egal!" sagte Chaz und ging ins Bad. " Endlich, mal ein richtiges Bad! Mike, wir können Baden!" " Toll!" sagte er sarkastisch, und grinste mich an. Doch, ich erwiderte es nicht, ich setzte mich auf den Boden und starrte ins leere. Es klopfte an der Tür, und schon standen Brad und Rob im Apartment. " Na gefälltes euch hier?" fragte Rob setzte sich neben Mike. " Nicht gerade das beste aber für ne Nacht reicht es!" sagte Mike gelangweilt. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, zu hause säße ich auch nur rum und hörte Musik oder lief draußen rum, aber hier fiel es mir schwer ich selbst zu sein. ich nahm meinen Discman raus, legte meine LP CD ein und hörte ein bisschen damit. Ich hatte wirklich nen' Psychoblick drauf, wenn ich in meiner Welt war, dann vergaß ich sowieso alles. Jemand konnte vor mir eine Bombe feuern und ich bekam das nicht mal mit. Ich fühlte mich dreckig, aber das war nichts neues, denn das war halt so seit ich vergewaltigt wurde. Chester kniete sich vor mich und stupste mich sanft an. " Hey, was ist denn los?" " Nichts, ich hab nur nach gedacht!" " Ach so, ich dachte nur, weil du so still bist! Wir gehen was essen, kommst du mit!" Ich nickte und stand auf. Im Grunde ging ich nur mit um nicht hier rum zugammeln.
Nach dem Essen gingen wir alle zu uns aufs Zimmer, die Jungs laberten wie immer über jeden Müll und wie immer sagte ich kein Wort. Ich stand auf und ging ins Bad, ich ließ mir ein Bad ein und schloss die Tür. Ich streifte meine Sachen ab und glitt ins Wasser, langsam tauchte ich unter. Vielleicht konnte ich mich ertränken. Ich öffnete unter Wasser meine Augen und starrte an die weiße Decke. Ich tauche auf und sah mich um, ich hatte immer das Gefühl, das mich jemand verfolgte aber ich wusste, dass ich mich täuschte. Ich stieg aus der Wanne, trocknete mich ab, zog mich an und ging dann wieder zu den Jungs, diese lagen lachend auf den Betten. Warum auch immer. " Ich geh raus!" sagte ich und schon schloss ich die Tür.  Hier war nichts los, aber was erwartete ich von einem Autobahn Motel. Hier waren überall Familien, sie schienen alle so glücklich und jetzt viel mir erst auf, dass ich auch gerne so glücklich wäre, aber dies wurde mir genommen. Ich setzte mich auf den Bürgersteig und sah auf die Straße. Bald würde ich wieder zuhause in Phoenix sein und in mein altes Loch fallen ohne Hoffung da einmal wieder raus zukommen. Es wurde dunkel und ging wieder zurück, ich war halb erfroren, seit wann war es im Sommer so kalt draußen? Die Jungs hörten Musik, und schrieben irgendwas. Wortlos, setzte ich mich neben, Chaz und sah auf das Blatt. " Na, wie geht's?" fragte er und reichte Mike das Blatt. " Scheiße, wie immer!" sagte ich leise und kratze meine Wunden wieder auf. " Willst du reden?" Ich schüttelte den Kopf und ließ mich aufs Bett fallen. Wie sehr ich mir gerade wünschte Tod zu sein, ließ sich nicht einmal in Worte fassen. " Na Jessy-Maus!" sagte Mike und legte sich neben mich. " Mike..!" sagte ich gelangweilt und drehte mich von ihm weg. " Was ist denn los mit dir, man! Du bist immer voll down!" " Tja, lässt sich halt nicht ändern. ach ja, und räumt besser alles Scharfe weg, ich hab gerade verdammt Lust mich um zu bringen!"  " Ach komm, jetzt hör doch mal damit auf, du machst das nicht! Hey, wir wären dann alle traurig und was wäre mit deinen Eltern?" " Ach denen bin ich doch egal!" "Sag das nicht, die lieben dich und wollen dich garantiert nicht verlieren!" " Bist du dir da so sicher, das du auf den Tod deiner Mutter schwören würdest?!" " Darauf schwör ich nicht, denn ich kenn deine Eltern nicht!" "Siehst du also behaupte das dann nicht, weil sie das kalt lassen würde!" Ich sah ihn an und ich wusste, das er das nicht glaubte aber er würde es noch sehen. " Also, wer schläft jetzt wo?" fragte ich um die Stille zu überspielen, die herrschte, seit ich das gesagt hatte. " Ich denke, du schläfst im Einzelbett, ich will dir einen von uns nicht zumuten. Mike umklammert alles, was nicht niet und nagelfest ist, das wäre nicht so toll, wenn er dich an sich presst!" feigste Chaz und grinste mich an. " Chaz, wat laberst du da?" fragte Mike platt, lachte dann aber mit uns. " Okay, ich penn da!" sagte ich, kramte meinen Panter aus dem Rucksack und schmiss ihn auf mein Bett. Wir redeten den ganzen Abend, bis wir gegen 1 Uhr ins Bett gingen. Ich schlief sofort ein.

Ich wachte schweiß gebadet auf und sah mich panisch um. Hier musste doch irgendwo dieser widerliche Arsch von Vergewaltiger sein. Ich hatte wirklich angst und achtete auf jedes noch so kleine Geräusch. Ich konnte nicht mehr schlafen, ich stand auf  und ging zu Chester. Ich tippte ihn an und hoffte, dass er nicht sauer sein würde, dass ich ihn weckte. Er hob langsam den Kopf und sah mich an. "Was ist denn los?" Ich sah ihn nur bedrückt an. "Hast du schlecht geträumt?" Ich nickte. " Kann ich bei dir schlafen?" "Klar! Leg dich in die Mitte, dann fällst du auch nicht raus." Ich krabbelte über ihn und legte mich zwischen die beiden. Er legte einen Teil seiner Decke über mich und zog mich an sich ran. Ich schloss die Augen und kuschelte mich an ihn. " Schlaf gut!" nuschelte er und spürte seinen Atem an meiner Stirn. Ich kam mir so seltsam vor, aber hier zwischen Mike und Chaz fühlte ich mich sicher und so schlief ich wieder ein.

"Jess, aufstehen!" Ich hörte ganz leise, wie jemand mit mir sprach. Ich wollte nicht wach werden, also drehte ich mich wieder rum und versuchte diesem schrecklichen Ding, was sich Aufstehen nannte, zu entfliehen. "Jetzt komm schon, Babe, wir müssen weiter!" Babe? Hatte ich das gerade richtig verstanden, so schnell war ich noch nie in der Senkrechten gewesen. " Was hast du gesagt?" fragte ich und sah Mike mit hochgezogenen Augenbrauen an. " Das du aufstehen sollst!" " Mike, du hast das Babe, vergessen!" Ergänzte Chaz, während ich aufstand.  "Stimmt!" grinste Mike und schubste mich ins Bad. " Hey, vorsichtig!" schrie ich und stolperte. " Sorry, aber beeil dich, wir Frühstücken und dann fahren wir weiter, der Bus ist nämlich repariert!" Ich nickte und schloss die Tür hinter mir. Ich wusch mich, zog mich an und trat dann raus zu Chaz und Mike. Wir gingen mit den anderen in so ein Restaurant. Ich konnte nichts essen, mir war kotz übel, heute Nachmittag würde ich wieder zuhause sein.
Nach dem Frühstück stiegen wir wieder in den Bus, ich spielte mit Brad und Phoenix Play Station, aber selbst das konnte mich nicht aufheitern. " Jessy, komm mal bitte!" Ich stand auf und ging zu Chaz. " Was ist?" " Hier, meine Nummer von zuhause und vom Handy, also falls was ist, ruf an!" " Hm, danke, wo setzt ihr mich ab?" " Bei dir vor der Tür?" " Ich weiß nicht. fällt das nicht ein bisschen auf?" " Ach komm, dann brauchst du nicht laufen und wir können noch was länger zusammen bleiben!" " Okay, wenn du meinst!" sagte ich trocken und setzte mich nach vorne. Ich war schon wieder depressiv, ich wollte nicht weg von ihnen. " Wo muss ich denn hin?" fragte der Busfahrer, als wir durch Phoenix fuhren. Ich ging nach vorne und beschrieb ihm den Weg zu mir nach Hause. Der Bus hielt mit quietschenden Bremsen, ich atmete tief ein. Sie stiegen alle mit aus, ich schmiss meinen Rucksack auf den Boden und sah die Jungs nicht an. Ich hasste so was, niemand wusste was er sagen sollte und ich würde gleich anfangen zu flennen, weil ich am liebsten, bei ihnen geblieben wäre, ich wollte nicht zurück nach hause. " Tschau kleine!" sagte Rob und nahm mich in den Arm, dann drückten mich Brad, Phoenix und Joe an sich. Ich stand vor Mike, sah ihn aber nicht an. "Jetzt komm schon!" Er nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf die Wange. " Halt die Ohren steif!" flüsterte er, bevor der mich losließ. Jetzt war nur noch Chester übrig und das fiel mir am schwersten. " Jessy, da bist du ja!" Caroline kam raus gerannt und drückte mich an sich, doch ich stieß sie von mir. Ich sah wie Jack aus dem haus gerannt kam, er sah verdammt wütend aus. " Was fällt dir ein Junges Fräulein, einfach abzuhauen und dich dann nicht zu melden!" schrie er und holte aus. Mir kam es vor als würde das alles in Zeitlupe geschehen. Seine Hand traf meine Wange mit solcher Wucht, dass mein Kopf verdammt schnell nach links gedrückt wurde. Jack gab mir ein paar Ohrfeigen, ich sah ihn an, mir schossen Tränen in die Augen. " Mach das du rein kommst!" schrie er und nahm meinen Rucksack. " Hey, geht's ihnen noch gut?" Das war Chaz, ich hörte, dass er sauer war. " Geht Sie das was an, was ich mit meiner Tochter mache?" Ich versuchte mich aus Jacks Griff zu entwenden, doch er hatte seine Finger fest in meinen Arm gekrallt. " Lass mich los!" schrie ich und versuchte Jack zu treten, ich traf ihn am Oberschenkel, schlagartig ließ er mich los. Ich rannte zu Chester. "Lass mich nicht hier, bitte!" schluchzte ich und sah ihn flehend an. "Jessica, komm her auf der Stelle!" " Nein!" schrie ich und hätte mich am liebsten hinter Chaz oder Mike versteckt. Ich sah Caroline an sie weinte, aber Leid tat sie mir nicht. " Komm her!" " Wenn sie nein sagt, meint sie nein!" sagte Mike, nahm meine Hand und drückte sie fest. " Schnauze!" Jack kam auf uns zu. " Halten sie die Schnauze!" sagte Joe und ich sah wie Rob grinste, denn so was war er nicht von Joe gewöhnt. " Sie kommt mit uns!" sagte Chester und wollte mich in den Bus bringen. " Ha, das ich nicht lache, als ob sie das wollte!" Jack lachte laut auf. " Jack, ich will nicht mehr bei euch bleiben!" sagte ich fest, ich musste es sagen, sonst würde das nie aufhören. " Okay, geh, wenn du uns nicht brauchst und komm ja nicht angekrochen, wenn diese Idioten dich fallen lassen!" Ich ging an Jack vorbei ins Haus, Mike folgte mir. Ich ging in mein Zimmer. Viel Zeug hatte ich nicht aber es reichte. Ich nahm eine Reisetasche und schmiss Klamotten, Schuhe, Bücher, CDs, und Krimskrams rein. Ich machte meine Poster von der Wand, rollte sie zusammen, steckte sie in Papprollen und zog eine Kiste unterm Bett raus. Ich sah mich noch mal um. Ich hatte alles, was mir wichtig war. Mike trug meine Tasche und wir gingen zusammen runter. Caroline heule wie ein Wasserfall, sie war wirklich nett gewesen, aber das hielt mich auch nicht hier. Sie wusste, dass irgendwann der Tag kommen würde, dass ich ging aber das er so schnell da war, damit hatte selbst sie nicht gerechnet. Ich wandte mich ihr zu und umarmte sie flüchtig. " Ruf wenigstens mal an!" sagte sie leise, ich nickte und ging dann Mike hinter her. Ich stieg in den Bus, ohne mich auch nur einmal umzudrehen. Ich wusste nicht ob es richtig war, mit ihnen nach LA  zu gehen, aber ich konnte nicht bei Jack und Caroline bleiben, sie hätten mir die Hölle auf Erden beschert, wo es mir so wieso schon so schlecht ging. Ich setzte mich und starrte auf den Tisch. "Cool, jetzt bleibst du bei uns!" sagte Phoenix und legte seine Hand auf meine Schulter. " Lasst sie mal in Ruhe, sie muss das erst mal verdauen und ich muss dringen mit Sam telefonieren!" sagte Chaz und ging in den hinteren Teil, des Busses. " Geht's?" fragte mich Brad und setzt sich neben mich. " Ja, glaub schon! Ich hätte nur nicht gedacht, das ich das mal mache!" sagte ich leise und fuhr mit den Fingern über die Tischkante. Wo sollte ich jetzt hin, ich war mit ihnen gegangen ohne auch nur daran zudenken, wo ich bleiben sollte, wenn wir aus dem Bus waren. Chester kam wieder und grinste mich an, doch ich wusste noch nicht mal warum er grinste. " Also Jess, weißt du schon, wo du bleibst?" " Nein, woher auch!" " Du kannst bei mir und Sam bleiben, wenn du willst!" " Da fragst du noch!" sagte ich und  wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen. " Ja, hätte ja sein können, dass du mich nicht länger um dich haben willst!" " Red doch keine Scheiße, man!" Ich war wirklich happy, aber es war zu unreal, als das ich hätte es glauben können. In mir kroch ein seltsames Gefühl der Wärme hoch, ich fühlte mich verstanden und mal integriert in eine Gruppe, von Menschen, die mich verstanden und sich um mich sorgten. Ich freute mich auf Sam und auf Chesters Sohn, wie hieß der noch gleich? Achja Draven,  oder so, aber das würde ich ja noch alles sehen. Ich starrte vor mich hin, was sollte ich da alles machen, ich wohnte dann in LA, man diese Stadt war um so vieles größer und besser als Phoenix. " Achja, du gehst doch noch zur Schule?" fragte Chaz und setzte sich neben mich. " Ja, warum?" " Wir müssen dann noch eine Schule für dich suchen, Sam hilft dir dabei, aber ich glaub im Moment sind sowieso Ferien, wenn ich mich nicht Irre!" " Nein, da liegst du richtig! Wie kann ich dir danken, das du das für mich tust?" " Hör auf dich Selbst zu verletzen und versuch glücklich zu werden!" " Okay, ich versuch es!" Er nahm mich in den Arm und ich lächelte, vor mich hin. Ich stand auf und ging zur Küchenzeile, ich nahm mir was zu trinken und ließ mich neben Mike auf das alte gammlige Sofa fallen. " Na!" sagte er und legte prompt seinen Arm um mich. " Wie geht's?" fragte ich und lächelte ihn zum ersten Mal an. " Gut und dir auch, das sieht man an deinen Augen, die strahlen, wie Sterne!" Ich sah ihn mit hoch gezogenen Augenbrauen an, wieso sagte er das? " Guck nicht so, ich mein das ernst, du hast wirklich schöne Augen!" " Wenn du meinst!" " Ja, das mein ich so! Wer hat schon ein blaues und ein grünes Auge?! Ist was besonderes, genau wie du!" Ich nickte und sah aus dem Fenster. Ich verstand die Welt nicht mehr, erst küsste der mich, dann sagt er, er hätte das nicht so gemeint und jetzt machte er mir Komplimente, irgendetwas lief falsch, nur wusste ich noch nicht was. Ich spürte seine Hand an meinem Schlüsselbein und wie er mit den Fingern darüber fuhr, ich zuckte zusammen und stand auf. " Sorry!" sagte er, ich schloss die Augen und winkte ab. " Du brauchst dich doch für nichts entschuldigen, hast doch nichts gemacht!" Er lächelte, stand auf und nahm mich in den Arm. " Du bist, was ganz besonderes!" Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, mein Herz schlug schneller. " Spielen wir was Play Station?" fragte ich und sah mir die Videospiele an. " Ja, wenn du willst!" Ich setzte mich neben ihn, ich konnte keins dieser Spiele, was die Jungs hatten. " Komm ich zeig dir das mal!" sagte Mike, zog mich auf seinen Schoß, legte den einen Joystick weg, gab mir seinen und legte seine Hände um meine. Ich spielte erst mal alleine, doch wie immer kackte ich total ab. Ich grinste ihn an. " Ich kann das nicht!" " Doch, sieh mal!" Er zeigte mir genau was ich machen musste, ich kam mir vor wie so ein dummes Püppchen, aber irgendwie mochte ich es. " Hier versuch noch mal!" Ich nahm den Joystick. Wow, jetzt konnte ich es wirklich. " Danke!" sagte ich und drehte mich zu ihm um, er lächelte mich an. " Bitte!" Er beugte sich ein Stück nach vorne, doch ich wich zurück, ich wollte nicht schon wieder so enttäuscht werden. Er merkte dies und schloss nur seine Arme um mich. Ich atmete erleichtert aus. " Mike, es ist schon spät, geht doch endlich mal pennen!" sagte Brad, der schon im Bett lag. " Wie spät ist es denn?" fragten Mike und ich gleichzeitig. " 2 Uhr, man und ihr seid verdammt laut, also ab ins Bett!" Das war Chester, ich musste grinsen, stand dann aber auf und zog meine Hose und meinen Pulli aus. " Schönes Shirt!" sagte Rob, der auch noch wach war und grinste. Scheiße jetzt sah er mein tolles Herr der Ringe Shirt, wo Aragorn und Legolas drauf waren. " Ich weiß, hab ich von der Schwester von Caroline bekommen zu Weihnachten!" sagte ich und legte mich in mein Bett. " Hey, ich fand das nicht mal schlecht, ist doch lustig! Brad hatte mal nen Britney Spears Shirt, was heißt hatte, ich glaub der hat das immer noch!" Ich sah Rob mit großen Augen an. " Oh, das ist wirklich fies!" " Ja, das kannst du laut sagen!" Wir begannen zulachen. " Nacht!" sagte ich, drehte mich rum und schloss die Augen. Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief ich ein.


" Endlich zuhause!" sagte Joe, als wir aus dem Bus ausstiegen. Wir standen auf einem Busparkplatz. Ich sah mich interessiert um, da stand Sam, mit dem kleinen auf dem Arm. Sie kam auf uns zu, Draven rannte auf Chaz zu, und ich sah wie sie alle lächelten. Ich kam mir ziemlich verloren vor, mein Blick viel auf Mike, er betrachtete Chaz und Sam. Ich tippte ihn an. " Wie kommt ihr nach hause?" fragte ich und erst jetzt viel mir auf, das noch einpaar Leute hier waren. " Na ja, ich fahr mit meinem Auto und die andren werden von ihren Familien oder Freundinnen abgeholt!" " Ach so, welches ist denn dein Auto?" Doch die Antwort bekam ich nicht, denn Chaz rief mich zu sich. Langsam ging ich zu ihnen, diese paar Meter kamen mir vor als wären es Kilometer. "Sam, das ist Jessica. Jessica, Sam!" "Hei!" sagte sie freundlich und reichte mir die Hand. "Hallo!" sagte ich schüchtern und erwiderte ihren Händedruck. "Draven, das ist Jessica, sie wird jetzt bei uns wohnen!" sagte Sam, zu dem kleinen Zwerg, ich lächelte ihn an und er fing an zu lachen. "Na, wenigstens hat er keine Angst vor mir!" sagte ich trocken und drehte mich zu Phoenix um. Er stand da mit seiner Freundin. "Ich bring unsere Sachen ins Auto und dann fahren wir!" sagte Chaz und nahm seine Koffer. Mike kam auf mich zu. "So, dann werden wir uns jetzt öfter sehen!" Ich nickte und plötzlich verspürte ich ein kribbeln in der Magengegend. Er nahm mich in den Arm, langsam war ich es gewöhnt, immer von jemand in den Arm genommen zu werden, und ich musste mir eingestehen, dass ich es gar nicht mal so schlecht fand. "Wir sehen uns!" sagte ich als wir uns in die Augen sahen. "Auf jeden fall, Süße!" sagte er und ging dann zu den andren. Mein Herz schlug rasend schnell, ich wusste nicht mal warum, das machte mich unruhig. Ich sah ihm mit glasigem Blick nach, als ich merkte wie jemand an meinem Arm zog. Ich sah runter, da stand Draven. "Du kommen!" sagte er und ich ging mit ihm zum Auto. Ich sah aus dem Fenster, man LA war cool.
Als wir bei Chester waren, gingen wir rein. Ich sah mich erstmal um, man hier war es schon cool. "Komm ich zeig dir mal dein Zimmer!" sagte Sam und ich ging ihr hinter her, die Treppe rauf. Sie öffnete die Tür und ich trat ein. Hier war alles strahlend weiß, das Bett, die Couch, der Schrank. "Gefällt es dir?" fragte Sam und lächelte mich. " Ja, und danke noch mal, das ich hier bleiben darf!" sagte ich und sah wie Chester die Treppe rauf kam, er trug meine Sachen. "Hier Jessy!" sagte Chaz und stellte meine Sachen ab. "Danke!" " Wir lassen dich dann mal alleine, und falls du was brauchst, dann frag einfach!" Ich nickte und die beiden gingen. Ich packte meine Sachen aus und legte sie erst mal aufs Bett, dann rollte ich meine Poster aus. Sollte, ich Linkin Park hier an die Wand hängen, allerdings konnte ich schlecht einschlafen, wenn keine Poster hingen, ich öffnete die Tür und ging runter. "Chester?" fragte ich und setzte mich neben ihn auf den Boden. "Ja?" " Darf ich Poster aufhängen?" " Natürlich, mach was du willst, ist dein Zimmer!" "Danke!" sagte ich und umarmte ihn. "Ach Jess, um 19h gibt's Essen!" rief Sam aus der Küche. "Okay!" Ich rannte nach oben und machte Musik an. Ich hängte meine Slipknot, Nirvana, Him, Korn, Sex Pistols, Deftones, Ramones und 1 Linkin Park Poster auf. Nachdem ich alles weggeräumt hatte sah ich mir alles noch mal genau an. So konnte es bleiben, ich legte nur noch mein schwarzes Asiatisches Tuch über die Couch, dann ging ich runter. "Sam, kann ich dir helfen?" fragte ich und wunderte mich selbst über mich, ich war doch sonst nicht so höflich, na ja, lag wohl daran, das ich mir das mit ihnen nicht versauen wollte, und sie einfach super nett waren. "Nein brauchst du nicht!" "Okay, aber mir macht das nichts!" Ich ging zu Chaz ins Wohnzimmer, der gerade mit Draven spielte. "Na!" sagte er und warf Draven den Ball zu. "Hi!" "Geht's dir gut?" " Ja, und dir?" " Natürlich, ich bin zuhause! Ach Sam, morgen kommen die Jungs, wir müssen was besprechen!" " Ja ist gut!" rief sie und stellte die Teller auf den Tisch. "Was macht ihr denn?" fragte ich ihn und hob Dravens Schnuller auf. "Na wir reden über die Tour und müssen was fürs LPU klären und vielleicht bleiben die Jungs auch noch zum Essen!"  "Ach  so!" Und ich freute mich auf Mike. "Jess, du bist krank!" dachte ich mir und kniff mich in den Arm. Nach dem Essen setzten wir uns alle auf die Couch. "Sollen wir nen Film gucken?" fragte Chester und hob Draven auf seinen Schoß. "Ja, warum nicht. Wie wäre es wenn Jess den Film aussucht!" sagte Sam und lächelte mich an. "Okay, aber ich weiß nicht, was ihr mögt!" "Ist doch egal, guck einfach mal bei den DVD's!" Ich sah sie mir an, na ja, das waren nen' paar ziemlich gute Filme bei. "Wie wär's mit Interview mit einem Vampir?" fragte ich. "Okay, den haben wir lang nicht mehr gesehen!" sagte Chaz und machte den Fernseher an. "Ich bring den kleinen schnell ins Bett!" sagte Sam und wollte aufstehen. "Lass, Schatz ich mach das! Draven sag Momy und Jess gute Nacht!" "Nacht Momy! Nacht Jess!" sagte Draven und gab Sam und mir einen Kuss, dann trug Chaz ihn hoch in sein Zimmer. "Und gefällt es dir bei uns?" fragte Sam mich. "Ja, es ist wirklich toll!" "Wir gehen dann nächste Woche eine Schule für dich suchen!" "Ja, ist gut!" "Brauchst du noch was, also Klamotten, Zahnbürste oder so?" Ich dachte kurz nach. "Nein, bis jetzt nicht!" "Du musst nur Bescheid sagen, dann bring ich dir das vom Einkaufen mit und immer wenn was ist, kannst du zu mir oder Chester kommen!" "Danke, ich fühl mich bei euch wirklich wohl!" Und genau so meinte ich es auch, denn sie waren wirklich nett. Sie lächelte und nahm mich in den Arm. "Na Mädels, versteht ihr euch gut?" fragte Chaz und setzte sich neben uns. "Ja!" Der Film war wirklich gut, obwohl ich solche Typen wie Brad Pitt nicht mochte, aber die Story zählt ja, bekanntlich. Nach dem Film ging ich hoch in mein Zimmer. Ich machte Musik an und zog mich um. Ich ging ins Bad, putzte Zähne und ging dann noch mal runter. " Nacht!" sagte ich und umarmte Chaz und Sam, die noch einen Film sahen und bisschen mit sich beschäftigt waren, aber warum auch nicht, solange ich mir sie nicht in voller Aktion ansehen musste. Ich legte mich ins Bett und sah aus dem Fenster. Hier war es echt cool und könnte hier echt für ne Zeit bleiben. Ich schloss die Augen und schlief ein.

" Jess aufwachen!" Jemand hüpfte auf meinem Bett rum und trat mir ab und zu auf den Rücken oder aufs Bein. "Ne, jetzt nicht!" sagte ich und zog mir ein Kissen über den Kopf. "Doch jetzt!" "Noch 5 Minuten!" seufzte ich und versuchte wieder einzuschlafen. "Draven, lass Jess, doch noch schlafen!" sagte Sam und nahm ihm vom Bett. "Sorry!" sie ging wieder raus. Ich drehte mich wieder rum und pennte weiter, denn um 10h konnte man eigentlich noch nichts mit mir anfangen. Gegen 14h wachte ich auf und setzte mich erstmal hin, dann stand ich auf und ging runter ins Wohnzimmer. "Morgen!" sagte ich verpennt und rieb mir erstmal die Augen. "Morgen!" sagte Chaz. "Ach die Jungs sind schon da, aber sie sind im Garten!" "Gut!" Ich ging in die Küche und nahm mir ne Kola, dann ging ich raus in den Garten. " Jessica!" sagte Brad, kam zu mir und nahm mich in den Arm. "Brad!" gähnte ich und setzte mich auf einen Stuhl. "Begrüßt du mich nicht?" fragte Mike und lächelte mich an. "Später, ich geh jetzt ins Bad und versuch mal wach zu werden!" Ich ließ mir ein Bad ein, danach putzte ich mir die Zähne und ging dann in mein Zimmer. Ich machte Musik an und legte mich aufs Bett. Ich zog mein Taschenmesser aus der Schublade und setzte sie Spitze auf meinen Oberschenkel, ich drückte sie runter und zog es 5cm über ihn. Das Blut tropfte beinahe aufs Bett, ich wischte es schnell weg. Dann ritzte ich mich noch am Bauch und am Handgelenk. Scheiße, ich hatte das Versprechen, was ich Chester gegeben hatte gebrochen. Ich musste es verstecken, das hieß ich durfte ihm nicht meine Oberschenkel und Arme zeigen. Ich wusste, dass es für mich eine Sucht war, ich machte es mittlerweile aus Gewohnheit, ohne Grund oder einfach, wenn ich mich schlecht oder missverstanden fühlte. Ich zog mir eine Baggy, ein Slipknot Shirt an und ging runter. "Jess!" sagte Mike und kam aus der Küche. Ich zuckte zusammen, als er meinen Namen sagte. "Ja! Was ist?" "Sagst du mir jetzt hallo?" " Klar. Hi!" sagte ich erleichtert und umarmte ihn flüchtig. "Geht's dir nicht gut?" "Doch, na ja, eigentlich.kann ich mal mit dir sprechen?" Er nickte und wir gingen hoch in mein Zimmer. " Setz dich!" sagte ich und ließ mich auf mein Bett fallen. " Was ist denn los?" fragte er besorgt. "Ich hab mich geritzt!" "Aber warum denn?" Ich zuckte mit den Schultern, und hatte das Gefühl, das ich gleich anfangen würde zu heulen. "Ich weiß nicht, aber ich musste es tun! Aber das schlimmste ist, ich hab Chester versprochen damit auf zu hörn, und jetzt hab ich. Mike ich hab keine Ahnung, was ich tun soll!" "Sag's ihm, das musst du machen, ist besser als wenn er es durch Zufall raus bekommt!" "Ich hab ihn Enttäuscht, er wird mich hassen!" "Nein, aber er wird mit dir sprechen und glaub mir, das wird dir helfen! Hattest du denn einen Grund?" "Nein, das ist es ja!" "Zeig mal, wo hast du es denn gemacht?" Ich zeigte ihm die Stellen. "Bitte lass das!" Ich nickte und er nahm mich in den Arm. "Mike, ich glaub ich brauch ne Therapie um alles was mir passiert ist zu verarbeiten!" "Vielleicht, aber man kann es auch so schaffen, da bin ich mir ganz sicher, du brauchst nur jemand auf den du dich 100% verlassen kannst!" "Meinst du?" "Ja, vielleicht nen' Freund oder so, der dich versteht und immer für dich da ist! Du bist echt nen süßes Mädel!" sagte er und gab mir einen Kuss auf die Wange. "Danke!" sagte ich und lächelte. "Ich fühl mich schon was besser!" "Gut, wenn dir was am herzen liegt, kannst du mit mir sprechen!" Ich nickte und wir gingen runter. "Chaz, kann ich dich sprechen?" fragte ich ihn und er ging mit mir in die Küche. "Was möchtest du denn?" "Du darfst jetzt nicht sauer sein! Aber ich hab mich geritzt. Tut mir so wahnsinnig leid!" "Wieso?" "Ich weiß nicht, ich hatte den drang dazu, bitte schmeiß mich nicht raus!" "Nein, das werde ich nicht aber lass das bitte, du hattest es mir versprochen und versuch dich dran zuhalten. Wenn dir was auf der Seele brennt, red mit einem von uns, wir helfen dir!" "Danke, aber ich bezweifle das ich damit aufhören kann, denn ich hatte ja jetzt noch nicht mal nen Grund!" "Du musst dich ablenken, wenn du daran denkst. Guckt TV, Telefoniere oder geh ins Musikzimmer und spiel Gitarre oder was du auch immer willst aber lass deinen Schmerz nicht an dir aus, wenn sein muss sogar an einem von uns!" Ich stand da und kam mir so klein vor. Er hatte Recht, ich sollte mich dann ablenken, aber meinen Schmerz an ihm oder jemand andren aus zulassen, das konnte ich nicht. "Komm, gehen wir raus zu den andren!" Ich nickte und wir gingen in den Garten, ich wollte mich gerade auf einen Stuhl fallen lassen als mich jemand am Arm zog. " Hey, wat soll das?" sagte ich und sah in Mikes Augen. "Setz dich!" sagte er und zog mich auf seinen Schoß. Ich merkte seine Hand auf meinem Bauch und ich verzog das Gesicht vor Schmerz, er hatte sie genau auf den Schnitt gelegt aber ich versuchte es zu ignorieren. Die Jungs redeten über die Tour, man wie gerne hätte ich jede einzelne Show gesehen aber sogar die Show, die ich gesehen hatte, hatte ich noch nicht mal wirklich miterlebt. Ich seufzte und sah in den Himmel. "Jessica, willst du auch was essen?" fragte mich Rob und hielt eine Karte in der Hand. "Ja, glaub schon!" "Also, wir wollten Pizza essen, welche willst du?" "Margarita!" "Okay!" sagte er und ging rein. "Spielst du mit mir?" fragte Draven und tippte mich an. Ich nickte und ging mit ihm zur Schaukel. Der kleine war echt lieb. Toll, jetzt musste ich mit ihm auch noch Fußball spielen, darin war ich so ne Niete aber Draven war ja erst 2 Jahre, also konnte es gar nicht so schlimm werden. "Hey ihr beiden kommt essen!" rief Chester und wir gingen zum Tisch. Hm, da stand meine Pizza, wie ich dieses Zeug doch liebte, jetzt fehlte nur noch eins: Ketchup! Ich stand auf und holte ihn mir aus der Küche. "Was machst du?" fragte Mike und sah angewidert auf meine Pizza. "Ich mach Ketchup drauf, das esse ich immer!" "Na ja, wenn's dir schmeckt!" "Willst du mal probieren?" "Ne, lass mal!" "Dann nicht!" sagte ich und biss ein Stück ab. "I'm in Heaven!" sagte ich und lehnte mich zurück, als ich fertig mit meiner Pizza war, okay, die Jungs waren schon seit 10Minuten fertig und laberten übers LPU. "Wir müssen noch was ins LPU schreiben!" sagte Phoenix und machte den Laptop an. "Kann ich mal kurz?" fragte ich und stellte mich zu Phoenix. "Klar!" Ich loggte mich ein und checkte meine E-Mails, da war nur eine von Matt, ein Punk, aus San Diego. Der war wirklich cool, mit dem konnte ich stundenlang schreiben. Ich antwortete ihm und überließ Phoenix, dann wieder den Laptop. Ich half Sam beim abräumen, obwohl sie das nicht wollte, dann ging ich in mein Zimmer und hörte Musik. Ich entschloss mich mal wieder in mein Tagebuch zuschreiben. Ich hatte echt die Angewohnheit immer laut Musik zuhören, obwohl ich wusste, das viele diese Musik nicht mochten, aber im Grunde war es mir scheiß egal.

Ich hatte mich wirklich gut bei Chester und Sam eingelebt, in 3 Wochen würde die Schule losgehen, sie hatten mich zum glück auf eine ziemlich coole Schule geschickt, wo ich auch schon einige Punks und Gothic's gesehen hatte. Ich hing in letzter Zeit viel mit Mike rum, er hatte mir hier alles gezeigt, was ich wissen musste und wo es cool war. Ich war gerade aufgestanden und hockte verschlafen auf der Couch im Wohnzimmer. "Jess, willst du nichts Frühstücken?" fragte Sam und setzte sich mit Draven neben mich, ich schüttelte den Kopf und kratzte eine Kruste ab. "Okay, also nimm dir was, wenn du was willst!" "Ja, mach ich. Danke! Ach, wo ist Chester?" "Bei Joe, die müssen was besprechen!" Ich ging hoch in mein Zimmer, zog mich an und ging dann ein bisschen raus. Wie immer ging ich die Runde, die ich oft mit Mike machte, wenn wir einfach reden wollten, ich verstand mich wirklich gut mit ihm. Ich redete über alles und jeden mit ihm und er verstand mich vollkommen. Chester hatte mir ein Handy geschenkt, ich wollte zwar keins und fand es überflüssig aber er wollte, dass ich es nahm und falls was war, das ich mich melden konnte. Ich zog es aus meiner Tasche, es war 12h. Na ja, Mike müsste jetzt eigentlich schon wach sein, ich machte mich auf den Weg zu ihm. Nach 30Minuten laufen, stand ich vor seiner Tür und klingelte. Niemand machte auf, ich wollte gerade gehen als jemand die Tür aufriss. "Jess, Hi!" sagte Mike außer Atmen. "Hi, hab ich dich geweckt?" "Nein, ich war nur im Bad!" "Sorry!" "Was ist denn?" fragte er und zog mich ins Haus. "Ich wollte dich nur mal sehen!" "Gut, du kannst bleiben!" "Wie gnädig von dir!" sagte ich und setzte mich auf die Couch. "Wie geht's dir?" "Gut und dir?" "Ja, im Moment ganz gut!" "Wann musst du wieder zur Schule?" "In 3 Wochen, oh man, ich hab keinen Bock!" "Da versteh ich dich, wer geht schon gerne!" "Mein Dad, Sorry mein Ex-Dad, meinte das er immer gerne gegangen wäre, klar, der wollte nur wieder toll dastehen!" "Weißt du was?" "Ne!" "Ich hole dich am ersten Schultag ab, wenn du willst?" "Tu was du willst, aber mal sehen ob ich zu dir ins Auto steige!" "Okay, was willst du machen?" "Kino, oder mal in ne Bar oder so!" "Du weißt doch dass du nicht in die kommst, wo du rein willst!" "Du bist alt genug für uns beide!" "Mag sein, aber gehen wir lieber ins Kino und dann was essen, ich lad dich zu beidem ein!" "Danke, aber ich kann das auch selbst bezahlen!" "Kommt nicht in Frage, hei sagen wir ich hole dich gegen 18h bei Chaz ab, weil ich muss noch zu Joe, bin so wieso schon zu spät!" "Okay, soll nicht an mir liegen, wenn du noch später bist!" Wir gingen raus zu seinem Auto. "Tschau, bis nachher!" sagte ich und sah auf den Boden. "Bis gleich, süße!" sagte er, nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf die Wange. Ich drehte mich schlagartig um und ging. Schon wieder hatte ich ne Gänsehaut bekommen. Als ich zuhause war, machte ich mir erstmal nen Sandwich, ich wusste das ich so was von ungesund lebte aber es schmeckte einfach zu gut, ich legte mich auf die Couch und sah MTV. "Sam, ich geh heute mit Mike ins Kino und was Essen!" sagte ich und trank nen' Schluck Kola. "Klar, kein Problem, wann bist du wieder da?" "Weiß nicht, aber ich ruf an falls richtig spät wird!" rief ich und ging dann rauf in mein Zimmer. Ich wühlte in meinem Schrank, ich konnte mein Hello Kitty Shirt nicht finden, ich mochte diese Katze einfach obwohl, soviel Pink dabei war. In der letzten Ecke und total zerknüllt lag es, ich zog es glatt und hängte es an den Schrank, dann machte ich Musik und nen Räucherstäbchen an, haute mich aufs Bett und starrte an die Decke. Jetzt noch nen Joint und die Welt wäre perfekt aber das konnte ich hier nicht machen, ob Mike mal einen mit mir rauchen würde? Gegen 17h begann ich mich fertig zumachen. Ich zog mein Hello Kitty Shirt, ne Jeans, Chucks, nen Gürtel und schminkte mich mal nicht komplett schwarz, dann machte ich mir nen Zopf und steckte noch die passenden Piercings rein. Ich betrachtete mich im Spiegel, so konnte man mir weg gehen, ohne sich für mich zu schämen, aber Jack wäre ich immer noch peinlich, weil ich nicht so war, wie Britney Spears. Ich ging runter und spielte noch was mit Draven. "Oh Jess, du siehst richtig gut aus!" "Danke!" sagte ich und Sam sah mich von oben bis unten an. "Du solltest öfter diese Jeans tragen, du hast doch ne gute Figur!" "Findest du, aber ich mag mich nicht besonders, ich hab überall Narben und Blaueflecken, da kann man nicht unbedingt Hüfthosen tragen!" "Ach, das macht doch nichts, also ich hab noch keine gesehen!" "Ja, aber auch nur, weil ich meine Arme nicht gehoben hab!" Ich zeigte es ihr und ich wusste, dass sie sogar die noch ziemlich frischen Schnitte, von denen ich Chaz nichts gesagt hatte, sehen konnte. "Das ist nicht so schlimm!" sagte sie und nahm mich in den Arm. "Du verstehst dich gut mit Mike, das ist schön!" "Ja, er ist nett, sogar ziemlich nett um ehrlich zu sein." "Das freut mich, für dich!" Gott sei dank, ging die Tür auf und Mike und Chaz kamen rein. "Hi!" sagte Chaz, gab Sam einen Kuss und umarmte mich. "Jessy, kommst du?" fragte Mike, umarmte Sam und streichelte Draven kurz über den Kopf. "Klar!" sagte ich und ging mit ihm raus zu seinem Auto. "Welchen Film sollen wir gucken?" fragte Mike und hielt mir die Tür auf. "Ist mir egal, aber wir können ja in nen Horrorfilm gehen!" "Okay, wie wär's mit Dawn of The Dead?" fragte er grinsend, und legte seine hand auf meine. "Ja, cool!" Niemand war in dem Film, wir waren zwar noch ziemlich früh, war vielleicht auch besser. Er saß da breitbeinig und aß schon das Popcorn. "Mike, das ist für den Film, du sollst das nicht jetzt schon alles essen!" "Wenn's leer ist, kauf ich neues!" Ich verdrehte die Augen und nahm einen Schluck von seinem Bier. Er räusperte sich. "Das darfst du nicht!" "Na und, du hast es nicht verhindert!" "Mir ist es eh egal, von mir aus darfst du alles machen was du willst!" "Korrekt!" Die Tür ging auf und ein paar Mädchen kamen rein. "Oh ne!" sagte Mike und zog sich wieder seine Kappe auf. "Nimm es nicht so schwer, wenn das Licht aus ist, ist doch alles wieder gut!" "Du hast gut reden, du musst ja nicht gucken, das dich jemand erkennt, wenn du einfach nur Spaß haben willst und mit ner Person weg bist, die dir wichtig ist!" "Wird schon, wenn du alt bist erkennt dich keiner mehr!" "Ja, aber das dauert noch was!" "Zum Glück, stell dir vor du wärst jetzt schon 45 oder 50, das wäre ja zum Kotzen, dann käme es ich mir so vor, als würde ich mit meinem Dad weggehen!" "Haha, ich will nicht dein Vater sein!" "Danke, du bist gar nicht verletzend!" "So war es nicht gemeint, denk einfach mal drüber nach, süße!" Das Licht ging aus und der Film begann. Ich starrte auf die Leinwand, plötzlich merkte ich Mikes Hand auf meiner Schulter, er hatte seinen Arm um mich gelegt und zog mich näher zu sich ran. Mich sollte es nicht stören, denn so war es ja auch okay. Der Film war ziemlich gut aber immer wieder zuckte ich zusammen, wie ich so was hasste, besonders jetzt wo er neben mir saß. Nach dem Film gingen wir zu McDonalds, eigentlich mochte ich das nicht besonders, weil ich immer Schiss hatte das die mir auf den Burger spucken, aber wenn er hier hin wollte. "Was willst du?" fragte er und stellte sich an. "Hm, Nuggets, ne Cola und nen Eis!" "Kommt sofort, suchst du uns schon mal nen Platz?" "Jupp!" Ich ging zu den Tischen und setzte mich. Ich sah auf den Fernseher, da lief MTV, cool wenigstens das war gut. "Hier, dein Essen!" "Danke!" sagte ich und nahm mein Essen vom Tablett. "Guten!" "Wünsch ich dir auch meine Süße!" Ich zog nur die Augenbrauen hoch und schob mir dann ein paar Fritten in den Mund. "Schmeckts?" "Hm, ja!" sagte ich mit vollem Mund. "Willst du was?" fragte ich und hielt ihm einen Löffel mit Eis hin. Er nickte und ich steckte ihm den Löffel in den Mund. Ich grinste und aß dann weiter. "Komm lass mal gehen, du kannst ja im Auto weiter essen." "Okay!" sagte ich und er brachte den Müll weg. Dann gingen wir langsam zu seinem Auto. "Was machst du morgen?" fragte ich und schmiss den Becher weg. "Mal sehen, vielleicht sehen wir uns noch mal!" "Klar, warum nicht!" "Aber ich muss morgen noch in die Stadt!" "Null Problemo, was brauchst du denn?" "Ich wollte mal nach Klamotten oder so gucken!" Wir stiegen ein und ich machte sofort Radio an, ich konnte einfach nicht ohne Musik leben. Ich sah aus dem Fenster, ich spürte, dass Mike mich ansah. "Wir sind da!" Ich stieg aus und zog meine Hose hoch. Er begleitete mich bis vor die Tür. "Heute war's echt schön!" sagte ich und sah genau an ihm vorbei. "Ja find ich auch und ich freu mich auch auf morgen!" "Ich mich auch!" Sein Zeigefinger berührte mein Kinn und drückte es sanft hoch, dann beugte er sich ein Stück runter. Ich spürte, wie seine Lippen meine berührten und seine Zunge gegen meine Lippe stieß. Ich war wie gelähmt, langsam öffnete ich meinen Mund und gewährte seiner Zunge eintritt. Er legte seine Hände auf meine Hüfte und zog mich näher an sich ran. Ich war mir sicher, dass er mein Herz schlagen hören konnte, so laut und schnell, wie es schlug. Ganz plötzlich lösten sich unsere Lippen von einander und ich starrte ihn an. "Bis Morgen!" sagte er und gab mir noch einen Kuss. "Ich hole dich gegen 12h ab!" "Ja, bye!" sagte ich und öffnete die Tür. Ich war wie betäubt, mit einem Lächeln ging ich an Chaz vorbei, ohne ihn auch nur zu bemerken. "Jess?" Er kam hinter mir die Treppe hoch. "Ja!" sagte ich leise und konnte mein Grinsen einfach nicht zurück halten. "Was ist los?" "Nichts, wie kommst du darauf?" "Weil du lächelst!" sagte er und legte den Kopf schief. "Ist das verboten?" "Nein, wie war denn das Kino?" "Cool, der Film war echt gut!" "Was habt ihr denn geguckt?" "Dawn of The Dead!" "Ah! Na ja, ich lass dich dann mal alleine! Nacht!" sagte er und umarmte mich kurz. Ohne mich um zuziehen, legte ich mich ins Bett. Man, mein Puls raste immer noch, und ich spürte ein kribbeln im Bauch.
Ich wachte um 11h auf und ging runter in die Küche. Sam spülte und Chaz erzählte ihr irgendwas. "Morgen!" sagte ich, damit sie merkten, dass ich da war und dass sie aufhören konnten zu labern, falls es was war, was mich nichts anging. "Gut geschlafen?" fragte Chaz und trank seinen Kaffe. "Super, besser ging's nicht!" sagte ich fröhlich und nahm mir einen Beagle und Orangensaft. "Wie war's?" fragte mich Sam. "Gut, den Film müsst ihr euch auch mal angucken!" "Ich weiß auch warum!" grinste Chaz. "Ja ja, ich geh jetzt wieder in mein Zimmer!" Ich schmiss meine Meteora Cd ein, legte mich aufs Bett und schrieb was in mein Tagebuch, ich musste das, was gestern passiert war einfach aufschreiben. Es klopfte an der Tür und Mike kam rein. "Na, meine Süße!" sagte er und setzte sich neben mich aufs Bett. "Hi!" Ich setzte mich auf und er sah mir in die Augen. Man, das war jetzt echt peinlich, Linkin Park lief und mein Zimmer war verdammt unordentlich, schnell legte ich meine Nirvana Cd ein. Ich stand auf und begann in meinem Schrank nach Klamotten zu wühlen. "Bist wohl nicht gerade ordentlich?" grinste er und sah mir aufmerksam zu. "Nein ganz und gar nicht, aber wie sagt man so schön: Nur das Genie beherrscht das Chaos!" sagte ich und zog eine Jeans aus einem Haufen Klamotten. "Na ja, ich lass dich dann mal alleine!" "Ja, ich komm dann runter!" Er nickte und wollte gerade die Tür hinter sich schließen, als er wieder rein kam, mich zu sich zog und mich küsste, dabei fuhr er mit beiden Händen meinen Rücken entlang. Dann zwinkerte er mir zu und ging runter. So schnell war ich noch nie in meinen Sachen gewesen, ich zog eine Jeans, ein rotes Polohemd, Chucks und nen Gürtel an. Ich ging ins Bad, wusch mich, machte meine Haare und schminkte mich ganz leicht, dann ging ich runter. Chaz und Mike saßen auf der Couch und laberten. "Wir können!" sagte ich und sah aus dem Fenster, das Wetter konnte nicht besser sein. "Okay, Chaz, ich bring sie dir dann später zurück!" sagte Mike und zog mich zu seinem Auto. Als wir in der Stadt waren ging ich neben ihm her, man hier in LA, waren so viele Leute, ich hatte schiss, das ich Mike verlieren würde, wenn ich nicht aufpasste, doch dann nahm er meine Hand, konnte er Gedanken lesen? Wir gingen in Skaterläden und so, war ja ganz okay aber so viel konnte ich nicht laufen. Man, meine Füße taten weh. Gott sei dank fuhren wir gegen 19h wieder nach Hause. Mike brachte mich rein und setzte sich dann mit Chaz und Sam in den Garten, ich spielte noch mit Draven und setzte mich dann zu ihnen. Gegen 23 Uhr fuhr Mike nachhause, ich brachte ihn zur Tür und ging dann selbst pennen. Den Rest der Woche traf ich mit Mike oder hing draußen rum. Ich wusste nicht mal, warum Mike so zu mir war, aber ich mochte es. War er der Typ, dem ich alles anvertrauen konnte, mit dem ich reden konnte und ihm mein Herz ausschütten konnte, wenn es mir schlecht ging!? Ich hatte sogar aufgehört mich zu ritzen, weil ich dauernd nur an ihn dachte. In knapp 1 ½ Wochen würde die Schule losgehen, man ich hatte null Bock, aber ich wollte ja noch aufs College. "Jess, kommst du mal bitte runter!" Ich rannte die Treppe runter und ging ins Musikzimmer, ich hatte gar nicht mitbekommen das Brad und Rob gekommen waren. "Was ist denn?" "Ich sollte dich von Sam fragen, ob du alle Bücher für die Schule hast?" "Ja, ist sonst noch was?" "Was machst du heute?" "Mal gucken, vielleicht geh ich zu Mike oder so!" "Okay, weil ich heute mit Sam weggehe!" "Soll ich auf Draven aufpassen?" "Ne, das macht unsere Nachbarin!" "Ach so, ich sag dir noch was ich mache!" Er nickte und ich setzte mich auf einen Stuhl. "Darf ich mal?" fragte ich deutete auf die Akustik Gitarre, die neben Brad lag. "Klar!" sagte Brad und gab sie mir. "Thx!" sagte ich kurz und begann dann "Where did you sleep last Night" von Nirvana zuspielen, wie ich diesen Song doch liebte. " Du spielst gut!" sagte Rob. "Danke, das war der erste Song den ich gelernt hab!" "Kannst du noch mehr?" "Ja, ich kann alles von euch, Nirvana, Seether und nen bisschen was von Slipknot." "Cool, wie hast du das gelernt?" "Das meiste hab ich mir selbst beigebracht und ich hatte mal nen Freund der konnte auch ziemlich viel und der hat mir das dann gezeigt!" Ich gab Chester die Gitarre und ging dann in mein Zimmer. Ich sah auf mein Handy, Wow ich hatte mal ne Sms bekommen.

"Hi Süße, hast du bock heute mit mir nen paar Videos zugucken? Ich fahr dich dann auch nach hause! Mike!" Na ja, warum nicht, ich schrieb ihm zurück und ging dann noch mal zu Chester. "Ich bin später dann bei Mike!" sagte ich und ging dann Duschen. Mike und ich hatten, wenn wir uns abends treffen wollten, mittlerweile eine feste zeit, immer 18h, also brauchte ich mich nicht zu beeilen. Ich zog mich an und hörte dann noch Musik. "Ich geh jetzt!" sagte ich und band meine Schuhe zu. "Ja, bis später!" sagte Chaz und räumte einpaar Spielsachen von Draven zusammen. "Ich wünsch euch dann viel Spaß!" sagte ich und machte mich auf den Weg. Ich klingelte und Mike öffnete mir mit einem grinsen. "Hi!" sagte ich. "Na, dann komm mal rein!" Ich ging an ihm vorbei ins Haus. "Welchen Film sollen wir gucken?" fragte ich und ging mit ihm in die Küche. "Ist mir egal, aber ich weiß nicht ob du noch einen Horrorfilm verträgst?!" "Was soll das denn heißen?" "Na, weil du immer wieder zusammen gezuckt bist, als wir im Kino waren!" "Das, war nur weil immer was überraschend war, aber sonst!" "Na gut, wenn du willst!" "Ja, man! Was machen wir jetzt?" "Um den Film zugucken ist es noch zu früh, sollen wir noch Play Station oder was anders spielen?" "Hm, kann ich was Klavier spielen?" "Sure, tu dir keinen Zwang an!" Ich setzte mich ans Klavier und spielte "Hello" von Evanescence, der Song war so endgeil und so schön traurig, das dumme war nur, immer wenn ich ihn hörte wurde ich voll deprimiert. "Spielst du mir was vor?" fragte ich ihn, als er sich neben mich setzte. Er nickte und ich rückte ein Stück, damit er besser spielen konnte. Ich sah ihm aufmerksam zu, man, ich würde auch gerne Klavier spielen aber Gitarre war ja auch okay. "Ich hab Hunger!" sagte ich und ließ mich aufs Sofa fallen. "Soll ich dir was machen?" "Nein, bloß nicht, ich will nicht an ner Lebensmittelvergiftung sterben!" sagte ich. "Danke, so schlecht koch ich auch nicht!" sagte er und begann mich zu kitzeln. "Oh doch, Mike allerdings, das hat Joe mir gesagt!" lachte ich und schubste ihn weg. "Okay, wenn du meinst!" Ich atmete schwer, wie ich es hasste gekitzelt zu werden und irgendwie war es unfair, er war größer und stärker. "Du bist süß!" sagte er und gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Ich bestell uns was zu essen! Ist Japanisch oder Chinesisch okay?" "Jo!" "Was willst du denn?" "Egal, das was du isst!" Ich hatte jetzt keinen Bock mir was aus zusuchen, vor allem, weil ich keine Ahnung von dem Zeug hatte. Ich machte Musik an und legte mich auf die Couch. "Das Essen ist in 1h da, warum brauchen die so lange, man!" sagte er und pflanzte sich ebenfalls. "Weil es erst halb 8 ist!" sagte ich und setzte mich hin. "Ich wollte es nur nicht wahr haben!" "Tja, irgendwann musstest du es erfahren!" "Ich weiß! Willst du was trinken?" "Ja, nen Bier!" "Sorry, Chester killt mich, wenn ich das mach!" "Der wird das nicht merken, ich schwör es!" "No, sorry, aber du kannst ne Cola haben!" "Okay, dann das!" Sonst war der doch nicht so, aber egal, wenn er auf dem Klo war konnte was von seinem Bier trinken!
Als das Essen kam, begannen wir damit den Film zugucken. "Willst du nicht hier bleiben?" fragte er mit vollem Mund. "Ja schon, glaubst du Chester, findet das okay?" "Klar, der weiß doch, dass du bei mir bist!" "Okay, ich ruf ihn dann mal schnell an!" sagte ich und nahm sein Telefon. "Keiner da!" sagte ich. "Na sprich auf den Anrufbeantworter!" Ich nickte und schon war der Piepton. "Hi Chaz, ich wollte dir nur sagen, das ich heute bei Mike penne, hab alles da. Ich weiß doch wie gerne du mal wieder mit Sam alleine sein willst. Also mach dir keine Sorgen!" Ich legte auf und setzte mich wieder neben ihn. Er stellte seinen Teller weg und legte seinen Arm um mich, ich spürte seine Hand, wie sie über meine Schulter strich und dann ein Stück runter fuhr.

"Chaz, da ist ein Anruf, hörst du den mal bitte ab!" rief Sam und ging ins Bad. "Klar!" Chester drückte den Knopf. "Sie haben eine neue Nachricht! - Hi Chaz, ich wollte dir nur sagen, das ich heute bei Mike penne, hab alles da. Ich weiß doch wie gerne du mal wieder mit Sam alleine sein willst. Also mach dir keine Sorgen!"  "Oh Fuck, fucking no! Jetzt mach ich mir Sorgen!" sagte er und fasste sich an den Kopf. "Was ist denn?" "Jess, pennt bei Mike!" "Ja, was soll daran jetzt schlimm sein?" "Du kennst doch Mike!" "Ja, aber Schatz sie ist 18, die reden doch nur und gucken Filme!" "Hoffen wir mal, dass du Recht hast!" sagte Chester und küsste Sam. "Jetzt sind wir mal alleine!" nuschelte sie.

Ich spürte seinen Blick, wie er an mir haftete, doch ich wollte ihn nicht ansehen. "Hast du nen Shirt für mich!" "Hm, ja! Geb ich dir dann nachher, wenn wir pennen gehen!" Ich nickte und versuchte mich wieder auf den Film zu konzentrieren. Er stand auf und räumte das Geschirr weg. Ich mochte ihn, vielleicht war es sogar mehr. Im Grunde war ich mir sicher, dass ich mehr für ihn empfand, immer begann es zu kribbeln, sobald er mich berührte. Ich stand auf und ging in das Studio, was er in seinem Haus hatte. Ich sah mich kurz um, dann schloss ich die Tür und nahm mir den Bass, der da stand. Erst klimperte ich einwenig, dann wurde mein Spiel immer aggressiver. Chester hatte Recht, so konnte man wirklich seine Wut rauslassen, obwohl ich gerade gar keine verspürte. Mir tippte jemand auf die Schulter, ich drehte mich um. "Sorry!" sagte ich und stellte den Bass wieder weg. "Macht nichts! Du kannst sicher mal mit uns Proben oder bei Aufnahmen dabei sein!" "Echt, das wäre so cool!" Ich wurde hibbelig, man wie oft hatte ich das Making Of von Meteora gesehen, es musste über 1000mal sein. "Klar, ich nehm' dich überall mit hin!" "Danke!" Er nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Lass mal den Film weiter gucken!" Ich nickte und wir gingen wieder runter. Wir starrten gespannt auf den Bildschirm, als auf einmal Blitzte es und draußen wurde es taghell. So ne scheiße, warum jetzt. Ich bekam immer schiss, wenn es Blitzte oder donnerte. Es fing an zuregnen und kurze Zeit später donnerte es. Ich zuckte zusammen und versuchte gleichzeitig, so zu wirken als wäre mir das scheiß egal. "Ist was?" fragte Mike und streichelte über mein Knie. "Na ja, ich krieg Panik bei Gewitter!" sagte ich leise. "Ist doch nicht schlimm!" sagte er und nahm mich in den Arm. "Komm mal her!" Ich setzte mich auf seinen Schoß, er schloss die Arme um mich. Ich spürte seinen Atmen an meiner Wange, ich drehte meinen Kopf und sah ihm direkt in die Augen. Ich wollte seine Lippen auf meinen spüren, aber ich konnte ich das wagen? Ich merkte, wie sein Blick, tief in meine Seele eindrang, ich schloss die Augen und versuchte diesem Gefühl, ausgeliefert zu sein, zu entkommen, doch seine Anwesenheit fesselte mich. "Du zitterst!" sagte er und drückte mich an sich. Er streichelte mit der Hand über meinen Rücken und fuhr dann langsam unter mein Shirt, seine Hand war warm, trotzdem lief mir eine Gänsehaut über den Körper. Ich hoffte, das das Gewitter bald abziehen würde, aber es wurde immer schlimmer, wie sollte ich hier ein pennen? Ich lag dann Stundenlang wach und hätte mich am liebsten unter der Decke versteckt. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter und versuchte mich zu entspannen. "Kann ich dich mal was fragen?" "Klar!" sagte ich leise. "Macht dir das was aus, wenn ich dies hier tu?" fragte er und ich sah ihn an. Ich spürte seine Lippen an meinem Hals, dann auf meinen Lippen. Seine Zunge spielte mit meinem Piercing, ich setzte mich anders rum, so dass ich genau vor ihm saß. Ich merkte, dass er mehr wollte, seine Hände waren überall. Er zog mir mein Shirt aus und ich ihm seins, sanft küsste er meinen Hals, dann mein Schlüsselbein. Ich erhob mich ein Stück, er öffnete meine Hose und schob sie runter, schnell entledigte er sich seiner. Unsere Küsse wurden immer intensiver, jede seiner Berührungen ließ mich erschaudern. Ich sah eine Schweißperle an seiner Stirn, die an seinem Kinn abperlte und dann über seinen Oberkörper rann.
. als er in mich eindrang, war es ein ganz anders Gefühl als, das ich es sonst kannte. "Tut's weh?" nuschelte er, ich schüttelte sanft den Kopf. Seine Bewegungen wurden immer schneller, langsam kam er außer Atem. Immer wieder spürte sich seine Lippen auf meinen. Sein Brustkorb bebte..ich legte meinen Kopf an seine Schulter, er atmete schwer. Er sah mich an und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. "Ich wusste, das du was ganz besonders bist!" sagte er und küsste mich. Ich konnte dazu nichts sagen, ich war einfach zu glücklich und ich wollte nichts kaputt machen, so wie es sonst meine Art war. Ich schloss die Augen und hörte einfach seinem Herzschlag zu. "Sollen wir ins Bett gehen?" fragte er, ich nickte und ging mit ihm nach oben. "Hier!" Er reichte mir ein Shirt, ich zog es an. Er legte sich ins Bett und hielt an einer Seite die Decke hoch. "Komm!" Ich legte mich neben ihn, drehte mich aber von ihm weg. "Jess, war das eben falsch?" "Nein, ganz im Gegenteil!" sagte ich und spürte seine Hand auf meiner Hüfte. Er zog mich zu sich und schloss seine Arme um mich. "Schlaf gut, Süße!" Er gab mir einen Kuss auf die Nasenspitze. Es regnete immer noch, aber jetzt wo ich in seinen Armen lag, fühlte ich mich sicher, ich kuschelte mich an ihn und schlief ein.
"Jess aufstehen!" Ich hörte Mikes Stimme in meinem Kopf, aber der war doch noch am pennen, oder? Er küsste sich von meiner Schulter, bis zu meinem Mund. "Hey aufstehen!" "Nee, noch 5 Minuten, Mum!" nuschelte ich und zog mir die Decke über den Kopf. "Ich bin nicht deine Mutter, aber wenn du nicht willst, dann halt so!" sagte er und begann mich zu kitzeln. "Bin ja schon wach!" sagte ich verschlafen und setzte mich auf. "Geht doch!" Er grinste mich an und gab mir dann einen Kuss. "Die Jungs kommen gleich, wir wollten ein bisschen Jammen!" "Okay, ich mach mich dann schnell fertig!" Ich ging ins Bad und sah mich im Spiegel an, ich mochte mich zum ersten Mal und hatte das Gefühl, mit meiner Vergangenheit abschließen zu können. Ich ging runter zu ihm in die Küche. "Willst du auch Cornflakes?" Ich nickte und gähnte erstmal ausgiebig. "Da!" sagte er und stellte mir meine Schale hin. "Wie spät ist es?" "Halb 1, du Schlafmütze!" "Wann sind wir denn ins Bett?" "So um 12 halb 1 rum, glaub ich zu mindest!" "Hättest du mich nicht geweckte hätte ich den ganzen Tag gepennt!" "Ich weiß aber willst du nicht bei unsern Proben dabei sein?!" "Doch natürlich! Darf ich dann mal an die Drums?" "Musst du Rob fragen, aber ich denk schon!"  Ich schob mir einen Löffel nach dem andren rein. "Weißt du, ich glaub ich muss mal aufs Klo!" sagte ich und rannte ins Bad. Guter Vorwand, ich musste Kotzen, aber warum? Alles was ich gegessen hatte kam jetzt wieder raus. Ich spülte mir den Mund aus und knallte dann in Mike. "Hast du dich übergegeben?" "Ja, aber ich hab keinen Peil, wieso!" "Vielleicht ne kleine Magenverstimmung, hab ich auch manchmal!" "Na, da bin aber beruhigt!" sagte ich sarkastisch und pflanzte mich aufs Sofa. "Kann ich noch was pennen, bis die Jungs kommen?" "Jo!" Ich legte mich hin und versuchte noch was zu pennen, was mir Gott sei dank auch gelang, sonst hätte man mit mir den ganzen Tag nix anfangen können.
Ich schlug die Augen auf und hörte Gitarren und Drums. Ich ging nach oben und die Jungs hatten natürlich schon angefangen. "Hi!" sagte ich und schon hörten die Jungs auf zu Jammen. "Na!" sagte Chaz und kam zu mir. Ich setzte mich vor den PC und drehte mich auf dem Stuhl. Brad spielte irgendwas und Phoenix schrie auf. "Ha, dazu passt das doch perfekt!" Er spielte sein Stück und Mike nickte aufmerksam. "Ich geh mir was zutrinken holen!" "Hey Joe, bring mir wat mit!" rief Rob und ich ging zu ihm. "Du darf ich mal?" fragte ich leise. "Klar, kannst du das denn?" "Na ja, I don't know! "  Er stand auf und ich setzte mich hin. Ich nahm die Sticks und spielte irgendwas, ich versuchte nen bisschen was von LP oder Slipknot zuspielen. "Du musst das so machen!" sagte Rob und zeigte es mir. "Danke! Aber ich glaub Schlagzeug ist nichts für mich, ich bleib bei meinem Bass! Ach wo ich gerade davon spreche, Phoenix kann ich mal!" "Hier!" Ah, endlich mal wieder nen Bass in dem Pfoten, ich drehte den Verstärker auf und fing an zu spielen. "Was ist das?" "Von Him!" "Ah!" Ich gab ihm seinen Bass wieder und ging runter. In Phoenix hatte ich nen' Bass gehabt, aber da der kaputt war und bei der Reparatur, hatte ich ihn nicht mitnehmen können. Ich setzte mich auf die Couch und guckte noch mal den Film von gestern. Gegen Abend fuhr ich mit Chester nach Hause. Wir aßen und dann ging ich ins Bett. Ich hörte Him zu einschlafen, mit meinen Gedanken war ich bei Mike.

Die nächsten traf 3 Tage traf ich mich mit Mike, wir hingen rum, er brachte mir ein bisschen Klavier spielen bei und laberten. Noch eine Woche, bis die Schule wieder anfing, ich war gerade aufgestanden. Ich war alleine, denn Chester war mit Sam und Draven einkaufen gefahren. Ich nahm das Telefon und rief Mike an. "Hallo?" "Hi, ich bin's!" "Hi, wie geht's?" "Gut und dir?" "Auch, was möchtest du denn?" "Hast du heute Zeit?" "Ne, ich hab keinen Bock auf dich, vielleicht irgendwann mal wieder, ja?" "Ja, klar!" Ich legte auf, das war doch jetzt nicht sein Ernst? Meine Welt zerbrach in 1000 Stücke, ich rannte ins Bad und übergab mich. Ich konnte es nichts fassen, mit Wasser spülte ich mir den Mund aus. Ich betrachtete mich im Spiegel, wie konnte ich nur wieder so doof sein und auf ihn reinfallen? Hatte einmal nicht gereicht, ich hasste mich selbst und konnte meinen Anblick nicht länger ertragen. Ich ballte eine Faust und schlug dann in den Spiegel, das Glas zerbarst unter dem Aufschlag. Meine Handfläche begann zu bluten, ich hatte dort einen riesigen Schnitt. Ich nahm meine Scherbe und setzte die Spitze an meinen Arm, langsam drückte ich sie runter, so tief es nur ging. Hoffentlich betäubte es den Schmerz! Ich ritzte mich an den Armen, Beinen, an Rücken und Bauch, und am Schlüsselbein. Das Blut tropfte auf den Boden, ich saß in einer Blutlache. Tränen rollten über meine Wangen und benetzten meine Augen. Ich wusste das Chester bald wieder kommen würde. Ich ging in mein Zimmer und setzte mich aufs Bett. Wie gerne hätte ich meinem Leben jetzt ein Ende gesetzt. Ich war sein Spielzeug gewesen, wie konnte ich nur so blöd sein. Er hatte es doch schon mal gemacht, ich fühlte mich dreckig und benutzt. Ich zog die Beine an und legte den Kopf auf die Knie. Ich wankte hin und her, wie konnte ich so dumm sein, ich hasste mich selbst noch mehr dafür. Ich betete, das mein herz aufhören würde zu schlagen, ich konnte diesen Schmerz und diese Demütigung einfach nicht ertragen. Die Tür ging und Chester und Sam kamen wieder. Ich wollte niemand sehen und schloss meine Tür, ich machte Musik an, Him, denn solche depressive Musik brauchte ich jetzt. Meine Hände zitterten, wie sonst was, auf einmal,  ging die Tür auf und Draven kam rein. "Spielen!" sagte er und stellte sich an mein Bett. "Nein, Draven jetzt nicht!" "Du traurig?" "Ja!" sagte ich leise und wischte meine Tränen weg, der kleine trippelte aus dem Zimmer. Man, der hat noch keine Probleme.


"Na mein Süßer, was ist denn?" fragte Chester und nahm Draven auf den Arm. "Will Jess nicht mit dir spielen?" "Nein!" Traurig schüttelte der kleine den Kopf. "Jess traurig!" "Ach so! Geh mal zu Mom, ich guck mal nach ihr!" sagte Chaz und ging die Treppe rauf und klopfte an die Tür.


Man, wer war das denn jetzt. "Nein!" schrie ich. "Doch!" Chester kam rein und blieb sofort stehen. "Was ist los?" "Nichts, wer hat denn das gesagt?" "Lüg mich nicht an, was ist los?" Ich schloss die Augen und atmete tief ein. "Nichts!" Er setzte sich zu mir aufs Bett. "Du hast dich geritzt!" "Quatsch!" "Und was ist dann das?" fragte er und schob, den Ärmel meines Pullis hoch. "Ich hatte einen Grund! Ich hab das nicht nur so gemacht, ich will nicht mehr!" Er nahm mich in den Arm, doch stieß ihn weg. "Nein, du kannst mir auch nicht mehr helfen, ich bin so blöd, wie konnte ich nur!" "Was ist denn, bitte sag's mir!" "Nein, ich kann nicht!" "Bitte Jess, hat dir jemand was getan?" Sollte ich ihm das was Mike gemacht hatte sagen? Würden sie sich dann Streiten oder würde es sogar die Band zerstören? "Du willst es wirklich wissen?" "Ja, natürlich!" Ich erzählte ihm alles jede Einzelheit, was ich gefühlt hatte, warum ich es zugelassen hatte. "Das ist nicht wahr oder?" "Doch, und jetzt weißt du auch warum ich nicht mehr leben will, er hat mir den letzten Funken Lebenslust genommen!" "Jess, das darfst du nicht sagen. Sam, Draven und ich wären furchtbar traurig, wir haben dich alle wirklich gern und du gehörst zu uns!" Ich lachte hämisch auf. "Ja klar!" "Hör mir jetzt bloß zu, ich mein das ernst, wir hab dich in unser Herz geschlossen!" Ich wusste, das es stimmte aber ich wollte es nicht wahr haben, denn das würde mich daran hindern mich um zubringen. "Wo hast du dich geritzt?" Ich zeigte ihm meine Arme, Beine, Bauch und Rücken. "Da ist auch noch einer!" sagte er und schob sanft den Kragen meines Shirts runter. Ich nickte und hielt ihm meine Hand hin. "Womit?" "Ner Scherbe!" sagte ich leise und ich hatte schiss, weil ich auch noch ihren Spiegel kaputt gemacht hatte. "Wo hast du die her?"  "Ich hab in euren Spiegel geschlagen! Tut mir leid, ich bezahl euch den auch!" "Das ist nur ein Ding, das ist doch unwichtig. Du bist viel wichtiger!" Ich wischte meine Tränen weg. "Chester, ich kann nicht mehr!" "Doch du kannst!" Ich schüttelte den Kopf. "Nein!" "Und ob, du wirst schon sehen!" Sam kam rein. "Was ist denn  mit dem Bad passiert?" fragte sie und setzte sich auf mein Bett. "Ich war's!" nuschelte ich und betrachtete den Schnitt auf meiner Handfläche. "Was hast du da gemacht?" Sie deutete auf meine Hand. "Nichts!" "Sam, kannst du mit ihr zum Arzt fahren, ich weiß nicht ob das was drin ist!" sagte Chester und hob Draven auf seinen Schoß. "Natürlich!" "Ich muss dann auch noch was erledigen!" Er ging nach unten und ich hörte, wie die Haustür zu schlug. "Jessy, was hast du denn gemacht?" "In euren Spiegel geschlagen, weil ich mich selbst nicht mehr sehen wollte!" "Aber warum denn?" "Na, weil, ach ich will da nicht noch mal drüber sprechen, sorry!" "Okay, zieh dir was an und dann fahren wir ins Krankenhaus!" "Warum?" "Weil, es noch nicht aufgehört hat zu bluten und du auch noch an anderen Stellen deines Körpers blutest!"
Ich nickte und zog mir eine Hose, nen Shirt und Schuhe an. Ich wickelte mir ein Tuch um die Hand und ging dann runter zu Sam. "Wir können!" sagte ich und ging schon zur Tür. "Okay!" "Wo ist Draven?" "Ich hab ihn zur Nachbarin gebracht!" Ich nickte und schnallte mich an. Als wir im Krankenhaus ankamen, gingen wir direkt zur Notaufnahme. Ich setzte mich auf diesen Tisch und wartete mit Sam auf den Arzt. Nach 10Minuten kam er, der war ja ziemlich jung, na toll, der praktizierte bestimmt erst 1 Jahr oder so. "Was ist denn, junge Dame?" fragte er freundlich und setzte sich auf diesen Stuhl. Ich zeigte ihm meine Hand. "Oh, wie ist denn das passiert?" "Ich hab in den Spiegel geschlagen!" "Oh, das hab ich noch nie gehört!" "Tja, irgendwann ist immer das erste Mal!" sagte ich genervt und jetzt fing er an, mit irgendwelchen Sachen, an dem Schnitt rum zu fummeln, dann durfte ich meine Hand in so ne Flüssigkeit legen, damit der Schnitt sauber wurde. "Haben sie noch irgendwas?" "Nein!" "Jess, zeig ihm die andren Schnitte!" Ich schob die Ärmel hoch. "Sie ritzen sich?" "Ja, und?" "Na, das ist nicht gut!" "Wow, das weiß ich selber!" Er tupfte die Schnitte, mit einem Wattebausch ab.

Chester klingelte, bei Mike, dieser öffnete die Tür. "Hi Chaz!" "Hi!" "Komm rein!" sagte Mike freundlich. "Ich muss mir dir sprechen!" "Okay, worum geht's?" "Warum hast du das mit Jess gemacht?" schrie Chester "Wie, was soll ich gemacht haben?" "Mit ihr gespielt, wenn man!" "Hab ich nicht, ich wollte nur, das sie sich geliebt fühlt!" "Ja, schön das hast du auch geschafft, aber jetzt steht sie kurz vorm Abgrund!" Chester wurde immer lauter, er konnte sich kaum halten, er hätte Mike am liebsten eine Reingehauen. "Ach komm, du übertreibst!" "Nein, garantiert nicht, Mike, die hat sich am ganzen Körper geritzt, sie wollte sich umbringen!" Mike sah Chester geschockt an und schüttelte fassungslos den Kopf. "Du kannst mit ihr nicht so was machen, sie ist nicht so stark wie sie immer tut, sie ist zerbrechlich und ein Nervlichäsfrack!" "Oh!" "Hey, vielleicht ist es schon zu spät, du hättest das vorher wissen müssen, vor allem hab ich es dir schon gesagt! Sie hat dir vertraut, wie niemand anderen in ihrem Leben!" "Ich entschuldige mich bei ihr!" "Glaub mir, sie will dich bestimmt nie wieder sehen!" "Aber versuchen kann ich es doch!" "Wenn du unbedingt willst!" "Ja man, wo ist sie?" "Sam ist mit ihr zum Arzt!" "Oh, scheiße man, dass es soweit kommt wollte ich echt nicht!" "Aber das hast du geschafft!" "Ich mag sie wirklich gern, weißt du so richtig aber es war nur, na ja Spiel ist das Falsche Wort, aber nichts Ernstes!" "Aber für sie schon, für sie bist du mehr!" "Ich will nicht, das sie sich was antut!" "Daran denkst du etwas spät, aber Gott sei dank, ist nicht schlimmeres passiert!" "Das hätte ich mir nie verziehen!" sagte Mike, setzte sich auf die Couch, stützte die Arme auf die Knie und legte die Hände an die Stirn. "Chaz, ich versteh, wenn du mich auch erstmal nicht sehen willst!" "Das ist quatsch, wir sind immer noch Freunde!" "Oh man, ich  fühl mich jetzt voll schuldig!" "Damit musst du jetzt klar kommen! Ich geh jetzt, ich will da sein, wenn sie vom Arzt kommt!" sagte Chaz und ging ohne sich noch mal um zudrehen.
Ich saß schweigend neben Sam im Auto. Der Arzt hatte mir nen Verband um die Hand gemacht und mir verboten Scharfe Gegenstände in die Hand zunehmen. Als wir zuhause ankamen, saß Chester im Wohnzimmer. "Jess, wie geht's dir?" Ich sagte nichts und ging hoch in mein Zimmer, ich hatte jetzt keinen Bock mit jemand zusprechen. Ich machte Slipknot an und legte mich aufs Bett. Ich fühlte mich zu gedemütigt, obwohl Chaz nichts damit zu tun hatte, wollte und konnte ich ihm nicht in die Augen sehen. Ich zog mein Tagebuch aus der Schublade und schrieb einige Gedichte und Texte, ich musste mich ein wenig ablenken.

"Jess, du verkriechst dich seit 2 Tagen, in deinem Zimmer, ohne auch nur was zu essen. Komm doch bitte raus, wir machen uns Sorgen!" sagte Chester, er stand vor meiner Tür. Ich stand auf und öffnete. Er kam rein und setzte sich zu mir aufs Bett. "Wie geht's dir?" Ich zuckte mit den Schultern und legte mich wieder hin. "Jess, red bitte mit mir!" "Ich will jetzt nicht reden!" "Okay, ich versteh dich, aber komm bitte runter oder so!" "Hm, ja!" Ich ging mit ihm runter und setzte mich auf die Couch. Es klingelte und Sam ging zur Tür. Sie kam mit Brad, Phoenix und Mike im Schlepptau wieder. Als ich ihn sah, stand ich auf und ging hoch. "Hi Jess!" rief Brad mir nach. Ich wollte Mike nicht sehen, ich hasste ihn nicht aber, wenn ich ihn weiter hätte sehen müssen, hätte es wieder angefangen weh zu tun. Es klopfte an die Tür und Mike kam rein. "Hi!" sagte er leise und sah zu Boden. "Raus!" "Bitte, lass uns reden!" "Nein, ich will dich nicht sehen!" "Jess bitte, ich will dir was sagen!" "Ich will es nicht hörn', du zerreist mich!" Die ersten Tränen fanden den Weg über meine Wangen, meine Oberlippe zitterte. "Ich weiß, dass es falsch von mir war, das mit dir zu machen! Ich wollte dir zeigen, wie schön es sein kann!" "Danke vielmals, aber das war wohl nen Schuss in den Ofen!" "Ich weiß aber ich mag dich wirklich gerne. Du bist ein wunderbares Mädchen!" Ich lachte hämisch auf. "Klar, genau das hast du mir schon mal gesagt und dann kam diese Scheiße und jetzt lass mich in Ruhe, ich will in Selbstmitleid versinken!" "Glaub mir, so schnell geb ich nicht auf!" sagte er und ging. Was sollte das denn jetzt heißen, wollte er dass ich ihm das verzieh, was er gemacht hatte oder steckte da mehr dahinter?! Mir war klar, das ich immer noch was für ihn empfand aber warum konnte ich das nicht abstellen. Ich sollte ihn hassen, aber tief in meinem Herz war ich ihm auf irgendeine Art und Weise dankbar. Er hatte mir gezeigt, was es heißt jemand voll und ganz zu vertrauen, auch wenn er es jetzt gebrochen hatte.Ich zog mir einen Sweater an und ging runter. "Jess?" "Was?!" Oh man, das war Brad, wieso schnauzte ich ihn jetzt auch noch an, er hatte gar nicht gemacht. "Wie geht's dir?" "Okay und dir?" "Gut, freust du dich schon auf die Schule?" "Ja, ich kann es kaum erwarten!" sagte ich gelangweilt und ging raus zu Chester in den Garten. Die andren saßen da und redeten. Joe und Rob, waren auch da, wieso mussten die immer bei Chaz sein. Ich setzte mich neben Phoenix und nahm mir eine Kippe von Chester, obwohl ich das nicht durfte, na ja Sam wollte es nicht aber Chaz meinte, wenn ich es tun wollte. Man, tat das gut, am liebsten hätte ich jetzt gekifft, dann wäre ich jetzt zu und könnte sogar mit Mike reden. Ich hörte den Jungs zu, man die Themen waren ja echt zum einschlafen, ich ging hoch in mein Zimmer und drehte Nirvana auf. Ich wusste, dass man es im Garten noch hören konnte, aber das ging mir total am Arsch vorbei. Ich begann ein Bild zu zeichnen, wie so oft war es Marilyn Manson, er faszinierte mich einfach auch wenn viele ihn einfach abstoßend fanden. Es klopft und Brad kam rein. "Kannst du vielleicht nen bisschen leiser machen!" Ich nickte und machte die Musik ganz aus! "Du musst es nicht ganz ausmachen nur leiser!" "Ist doch auch egal!" "Was ist los mit dir?" "Interessiert dich doch nicht wirklich!" "Man, was bist du immer so gereizt?" "Frag Mike, er weiß warum!" sagte ich und schob Brad, dann aus meinem Zimmer. Ich nahm meinen Discman und hörte LP auch, wenn es jetzt vielleicht falsch war, so konnte ich immer in meine eigene Welt flüchten und alles hinter mir lassen, es war der Ort, wo ich wieder zu  mir fand. Im Moment drückte die Stelle: I've put my trust in you; pushed as far as I can go; And for all this; There's only one thing you should know.alles aus, was ich fühlte. Ich schloss die Augen und dachte nach. Ich wollte Mike verzeihen, aber irgendwas in mir verhinderte das. Ich ging ins Musikzimmer und nahm mir die E-Gitarre. Ich machte den Verstärker an, schloss die Tür und begann von Him - Buried alive by Love und Funeral of Hearts zu spielen. Leise sang ich den Text mit. Dann nahm ich den Bass und spielte When Love and Death Embrace, aber diesmal sag ich normal mit. Man, wie dieses Lied unter die Haut ging, war kaum zu glauben. Tränen fänden den Weg über meine Wangen, ich wischte sie weg, das konnte doch jetzt nicht wahr sein. Dauernd musste ich heulen, wenn ich die Worte: Herz, Schmerz oder Tod hörte. Ich legte den Bass weg und starrte aus dem Fenster. "Jess, was machst du?" Ich drehte mich um und sah Mike. "Nichts!" sagte ich leise und wischte wieder die Tränen weg. "Du hast geweint!" Ich nickte und ging zu ihm. "Wegen mir stimmt's?" "Ja!" Am liebsten hätte ich ihm jetzt eine Reingehauen, aber stattdessen warf ich mich ihm einfach an die Brust und ließ meinen Tränen Freienlauf. Er schloss seine Arme um mich und drücke mich an sich. Wieso waren meine Gefühle gespalten, aber im Moment wollte ich ihn einfach bei mir wissen. Er streichelte mir über die Haare und legte sein Kinn auf meinen Kopf. Mir war klar, das ich ihn immer noch mochte und das, das alles nichts ändern würde. Ich hob den Kopf und sah ihn an, er nahm mein Gesicht zwischen seine Hände und wischte mit dem Daumen die Tränen weg. "Sorry!" nuschelte ich und ging einen Schritt zurück. "Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, das ist doch alles meine Schuld, ich wollte nie, dass es soweit kommt!" Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. "Bitte Jess, verzeih' mir das, ich mag dich wirklich sehr und ich will dich nicht verlieren!" "Weißt du, ich kann dir das verzeihen aber ich kann nicht vergessen, denn dafür ist der Schmerz zu sehr in meine Seele eingebrannt!" "Ich weiß aber bitte gib mir noch eine Chance, als dein Freund!" "Ich versuche es, aber gib mir Zeit!" "Natürlich!" Er nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf den Kopf. Ich ging hoch in mein Zimmer und machte Musik an. Okay, ich hatte ihm verziehen, aber war es richtig gewesen? Ich empfand zu viel für ihn, ich wollte mit ihm befreundet sein und was würde es bringen ihn zu hassen, wenn er doch sowieso oft hier sein würde, wegen der Band. Ich nahm mir meine Tasche und ging raus, ich lief durch die Gegend ohne auch nur darauf zu achten, wo ich hin ging. Gegen 22h kam ich nach hause und ging geradewegs in mein Zimmer. "Jess, bist du es?" rief Sam und kam ein Stück die Treppe hoch. "Jupp!" Ich zog mir meine Schlafsachen an und machte den Fernseher an. Man, meine Gedanken drehten sich nur noch um Mike, ich wusste, das ihn liebte aber leider beruhte, das ja nicht auf Gegenseitigkeit. Ich legte mich ins Bett und versuchte ein zu schlafen.
Als ich morgens aufstand, schien mir die Sonne ins Gesicht. Ich ging runter ins Wohnzimmer, Chester aß Cornflakes und telefonierte. Ich setzte mich neben ihn und nahm mir eine Kippe, er reichte mir sein Feuerzeug. Ich sog den Qualm tief ein, ich genoss jeden Zug, der meine Lungen mit Nikotin füllte. "Na, gut geschlafen?" fragte Chaz, als er aufgelegt hatte. "Ja, und du?" "Auch, ich hab gehört, du hast Mike verziehen!" Ich nickte und sah weg. "Warum?" "Weißt du ich glaube ich, nein, das kann ich dir nicht sagen!" "Komm, bitte!" "Na ja, das L- Wort, du weißt schon was, ich glaub, daran hat es gelegen, ich empfinde zu viel für ihn auch wenn's unverständlich ist." "Ach, find ich noch nicht mal, man kann sich halt nicht gegen die Liebe wehren!" "Tja, da sprichst du mal was Wahres!" "Ich weiß und egal, wie scheiße er war, er weiß, dass er einen riesengroßen Fehler gemacht hat und ihm tut es leid!" Ich nickte stumm und stand auf. "Ich geh jetzt duschen!" "Ja, Sams Eltern kommen heute Nachmittag, wir holen sie dann vom Flughafen ab!" "Ja, kein Problem!" sagte ich und ging ins Bad. Mittlerweile, war sogar ein neuer Spiegel da. Ich hatte immer noch überall Schnitte, sah nicht besonders toll aus, aber sie gehörten zu mir. Ich stieg unter die Dusche, das heiße Wasser lief über meinen Körper, die Schnitte brannten. Wie beruhigend das doch war, ich wusch mir die Haare und trocknete mich dann ab. Ich wartete, bis meine Haare trocken waren, dann schmierte ich Gel rein, zwirbelte Strähnen, föhnte sie und band sie dann zu einem Zopf zusammen, jetzt sah es so aus, als hätte ich Dreadlocks, nicht schlecht. Ich zog mich an und ging dann runter in die Küche. Draven saß auf der Anrichte und aß Kekse. "Morgen!" sagte ich und nahm mir auch einen Keks. "Meine!" "Sei nicht so, war ich nicht immer lieb zu dir?" "Doch, meine!" "Soll, ich deinen Dad holen!" "Da!" sagte er und hielt mir welche hin. "Nein, war nur ein Scherz, sind deine, iss sie alleine!" sagte ich und nahm mir einen Schokoriegel. "Na!" grinste Chaz und öffnete den Kühlschrank. "Daddy, wann Oma, Opa kommen?" sagte Draven. "Später, wir müssen dann zum Flughafen!" "Flugzeug!" sagte Draven, klatschte in die Hände und lachte. "Ja, dann siehst du welche!" sagte Chaz und ich grinste ihn an. "Wann kommt Brad noch mal?" "Morgen oder so!" "Ah ja, okay!" sagte ich und ging dann in mein Zimmer. Ich räumte was auf und nahm mir dann ein Buch, was wir irgendwann mal in der Schule lesen würden. War nicht besonders interessant, aber was sollte man auch schon von Schullektüren erwarten?! Ich legte das Buch beiseite und starrte an die Decke, Mikes Gesicht tauchte vor meinem Innärenauge  auf. Mein herz begann zu raßen, toll und er war noch nicht mal da. So was nennt man scheiß Pech. Gegen Nachmittag fuhren wir alle zusammen zum Flughafen. "Du wirst dich gut mit meinen Eltern verstehen, die sind richtig lieb!" schwärmte Sam und machte leise das Radio an. Ich nickte nur und sah aus dem Fenster. Als wir am Flughafen ankamen gingen wir in die Wartehalle und stellten uns vor den Ausgang, aus dem sie kommen würden. Draven, war schon ganz hibbelig, dauernd rannte er hin und her. Ich sah mich um und wurde plötzlich angerempelt. "Hey, pass auf!" sagte ich und sah mich nach diesem Arsch um. "Sorry!" Ich sah in die Augen eines verdammt süßen Boy. Hey, den kannte ich doch. "Matt?" fragte ich und sah, wie seine Augen immer größer wurden. "Jess?!" Ich nickte und wir starrten uns nur an. "Was machst du hier?" fragte ich ihn. "Meine Tante besuchen und du?" "Ich wohne jetzt hier, hab ich dir das nicht geschrieben?" "Nee, aber cool, das wir uns jetzt mal sehen!" "Ja, wo wohnt denn deine Tante!" "In so ner etwas reicheren Gegend, hab ich echt keinen Bock drauf aber lassen wir das, wie geht's dir so?" "Na ja, ganz gut, jetzt wo ich hier bin und dir?" Was schlecht war, das Matt auch LP hörte, na ja, das war auch das einzige, was er so aus dieser Zeit hörte, sonst waren es eher, die Ramones, Sex Pistols, T-Rex oder so. "Auch, wo wohnste denn?" "Ach keine Ahnung wie die Straße und so heißt aber auch in so ner Gegend wie du!" "Wir können uns ja mal treffen, also wenn du Bock hast?" "Ja, klar!" Draven zog an meinem Arm. "Komm, Oma und Opa!" "Ja, warte, sag deinem Dad ich komm gleich!" Matt grinste und zog einen Zettel aus seiner Jackentasche. "Schreib mir mal deine Nummer, von zuhause auf und Handy, wenn du hast!" "Warte!" Ich schrieb ihm alles auf und bekam dann auch die Nummer von seiner Tante. "Wir sehn uns!" sagte er und ging. Cool, der war ja richtig nett. Ich ging dann schnell zu Chaz. "Na, wer war denn das?" "Nen Freund von mir aus dem I-net!" "Ach so, da sind sie!" Sams Eltern kamen auf uns zu, wie alt waren die denn? Na ja, kaum das sie uns sahen lachten sie und Draven rannte zu ihnen. Chester begrüßte die und nahm ihnen dann die Taschen ab. Am liebsten hätte ich mich ja jetzt irgendwo hin verkrochen. Sam zog mich zu ihnen. "Mom, Dad, das ist Jess! Jess, das sind meine Eltern!" "Tag!" sagte ich freundlich und gab ihnen beiden die Hand. "Hallo!" Oh Gott, waren die höflich. Ich half Chester beim tragen der Koffer und ging schon mit ihm zum Auto. "Und, wie findest du sie?" "Nett, wirklich nett!" sagte ich und stellte keuchend den Koffer ab. Draven war bei seiner Oma auf dem Arm und hatte ein Geschenk von ihnen bekommen. Wir fuhren zurück zum Haus und ich verzog mich sofort in mein Zimmer, egal wie unhöflich, das jetzt war. Ich schmiss mich auf mein Bett und machte Musik an. Super, jetzt hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich einfach nach oben war. Ich stand auf und ging wieder runter. Alle saßen im Wohnzimmer und redeten. Ich setzte mich auf die Lehne, neben Chester und nahm mir eine Kippe, doch er sah mich ermahnend an. Ich legte sie wieder weg und starrte sehsüchtig auf die Kippe in seiner Hand. Man, war das langweilig, die redeten über ihren Garten, die Nachbarn, hatten Alte Leute denn keine spannende Gesprächsthemen? Langweilte sich Chester nicht? Mittlerweile, bekam ich Hunger. "Sam, wann gibt's essen?" fragte ich und rutschte von der Lehne auf die Couch. "Gut, dass du mich erinnerst! Ich fang, dann jetzt mal an!" "Warte Schätzen, ich helfe dir!" sagte Sams Mom und ging hinter ihr in die Küche. "Chaz, darf ich nach dem Essen noch was raus?" "Klar, du musst mich doch nicht fragen!" "Stimmt!" Sams Dad ging ins Bad. "Darf ich mal?" fragte ich und deute auf Chesters Kippe. "Jetzt schon!" Er reichte sie mir, man tat das gut. "Wussten sie, dass ich hier bin?" "Ja, Sam hat es ihnen am Telefon erzählt. Sie finden dich sehr nett!" "Ich hab doch gar nichts gemacht, das sie mich nett finden könnten!" "Der erste Eindruck zählt!" Ich nickte und steckte ihm wieder seine Kippe in den Mund. Ich lehnte mich zurück und seufzte. "Was ist?" fragte er und sein Gesicht tauchte über meinem auf. "Ich weiß nicht, ich fühl so ne' Leere, aber ich weiß nicht was fehlt! Kennst du das?" "Ja. Ich glaub, ich weiß was dir fehlt!" "Ach ja, was denn?" "Mike, ganz einfach Mike!" "Quatsch, ich will den im Moment nicht sehen, man!" "Sorry, hab ich ganz vergessen!" grinste er und drückte sein Kippe aus. "Ich weiß, dass du mir das nicht glaubst!" "Warum sollte ich auch, du hast mir ja heute morgen, das Gegenteil bewiesen!" "Ja man, ich will ihn sehen, aber jetzt lass mich in Ruhe damit, es tut noch zu weh!" "Okay, ich versteh dich!" Ich ging in mein Zimmer. Toll, jetzt wusste er es, aber das konnte mir ja egal sein. Ich setzte mich auf mein Bett und nahm mein Handy, vom Nachtisch und wählte Mike an, kaum, das er abnahm legte ich wieder auf und so ging das noch 5 Mal, ich konnte einfach nicht mit ihm sprechen. Seine Stimme zu hören tat auch gut aber war es das, was ich wollte? Ich hatte ihn um Zeit gebeten, das alles zu verarbeiten aber ich konnte es nicht ohne ihn aushalten, er fehlte mir, wie sonst niemand in meinem Leben. Ich wusste, dass ich ihm alles verzeihen könnte, obwohl es ziemlich naiv und falsch war. Sam rief zum Essen, ich ging die Treppe runter. Man hatten die viel gekocht, ich war noch nie ein großer Esser, aber jetzt aß ich aus purer Höflichkeit. Chester sah mich an und ich grinste gequält. "Hey, hör auf, wenn du nicht mehr kannst!" sagte er leise zu mir. "Och, ich kann noch!" sagte ich und merkte, wie ich das, was ich gerade runter geschluckt hatte, wieder im Mund hatte. Man, das war widerlich, gleich würde ich das alles wieder auf den Tisch kotzen. Ich legte das Besteck auf den Teller und schob ihn ein Stück weg von mir. "Hat sehr gut geschmeckt!" sagte ich freundlich und trank einen Schluck Cola. Chester und ich räumten den Tisch ab. "Kann ich gleich gehen?" "Ja klar, aber willst du keinen Nachtisch?" "Doch, Nachtisch passt immer rein!" log ich und spülte die Teller mit kaltem Wasser ab. "Kannst du mir mal nen Tab für die Spülmaschine geben?" fragte Chaz und räumte noch das letzte Besteck weg. Ich gab ihm eins und ging dann wieder ins Wohnzimmer und setzte mich an den Tisch. Chester kam nach 10Minuten mit dem Nachtisch wieder. Ich aß noch einwenig und wartete, bis alle fertig waren. "Darf ich aufstehen?" fragte ich. "Ja!" sagte Chaz mit vollem Mund. Ich ging hoch in mein Zimmer und zog mich um. Ich kramte eine Baggy, mein Jackass Shirt, nen Gürtel, ne Jacke und Chucks raus. Ich nahm meine Tasche und ging runter. Ich betrachtete mich noch was im Spiegel, der im Flur hing. Ich zog meine Jacke glatt und wollte, dann noch in die Küche gehen um Chester zu sagen, das ich jetzt weg war. Die Tür war ein Spalt breit offen, ich hörte wie Sam mit ihrer Mom sprach. Sollte ich lauschen? Nein, das war nicht mein Fall aber als ich hörte, wie mein Name fiel musste ich einfach zuhören. "Schatz, wo habt ihr denn diesen Junkie aufgegabelt?" fragte ihre Mom. "Sie ist kein Junkie." "Aber Schatz, die gehört weg gesperrt! Hast du sie dir schon mal angeguckt, die muss dringend eine Entziehungskur machen!" Ich spürte, wie sich jemand neben mich stellte, ich wandte meinen Kopf und blickte in Chesters Gesicht. Er legte den Zeigefinger auf die Lippen und deutete mir an, dass ich leise sein sollte. "Mom, bitte!" sagte Sam ruhig. "Wieso nehmt ihr so was bei euch auf? Junkies klauen doch um an ihren Stoff zukommen, also wenn ich du wäre würde ich dieses Ding ganz schnell wieder loswerden!" "Sie ist kein Junkie, Mom!" "Natürlich, das sehe ich doch!" Chester stieß die Tür auf und ging rein, schloss die aber wieder so, das noch ein Spalt offen blieb. "Na macht das Lästern spaß?" fragte er. "Wir lästern nicht, ich versuche nur meiner Tochter die Augen zu öffnen!" "Ja klar!" Chester lachte hämisch auf. "Ihr müsst die ganz weit weg schaffen, die ruiniert euren Ruf in der Nachbarschaft!" "Weißt du wie egal mir das ist!" "Chester, schmeiß das Mädchen raus. Hast du schon die Arme von ihr gesehen, diese Einstiche von den Spritzen, das ist ja widerlich!" "Du würdest nicht so über sie reden, wenn du wüsstest, was ihr passiert ist!" Chesters Stimme wurde immer lauter, ich merkte, dass ich zitterte, das war doch nicht wahr. Sie konnten mich doch nicht leiden. "Ich will nicht, dass mein Enkel mit einem Drogenjunkie aufwächst, der vielleicht auch noch AIDS hat!" " Sag mal hast du sich noch alle? Jess hat kein AIDS und auch wenn sie es hätte, wäre sie kein schlechter Mensch!" schrie Chester und ich wusste auch warum. Er hatte ja damals einen Freund gehabt, wo er noch Drogen genommen hatte und dieser war an AIDS gestorben und jetzt reagierte er halt algerisch auf solche dummen Ansichten. Ich wollte das nicht mehr hören, ich drehte mich um und rannte aus dem Haus, die Tür knallte zu. "Oh, Shit! Da siehst du was du angerichtet hast!" schrie Chester und rannte mir nach. Ich rannte und rannte, ich wollte streben, ich wusste, dass mich niemand wirklich leiden konnte. "Jess, bleib stehen!" schrie Chester, ich wusste, dass er immer noch hinter mir war. Auf einmal spürte ich einen Schmerz in meinem Knöchel, ich war umgeknickt. Es tat höllisch weh, doch ich rannte weiter. Meine Beine wurden immer schwerer aber mein Herz und mein Kopf wollten weiter. Ich ignorierte den Schmerz, so gut es nur ging. "Bitte bleib stehen!" Ich wandte den Kopf und sah, wie er stehen blieb und Hände auf die Knie stützte. Ich rannte und rannte, bis ich in einen Wald kam, erst hier machte ich halt. Tränen rollten über meine Wangen, ich wischte eine weg und sah, dass sie schwarz war. Schwarz, wie meine Seele und mein Herz. Langsam ging ich durch den Wald. Ich war also für alle nur eine widerliche Person. Was hatte ich ihnen getan? Ich wusste, dass es an meinem Aussehen lag. Ich setzte mich auf eine Wiese und starrte in den Himmel. Wieso musste so was immer mir passieren, hatte ich nicht schon genug erlebt und durch gemacht in meinem Leben, warum musste ich mir dann so was  immer noch anhören. Mir war längst klar, das mich alle für eine Irre hielten aber ich wollte es verdrängen, wie gerne wäre ich normal ohne die ganzen Narben und Erlebnisse, die ich nie vergessen kann, weil sie einfach ein Teil meines Leben und ein Teil Meiner selbst sind. Das alles hatte mich geprägt und vielleicht sah ich nicht alles so locker und lustig aber war ich deswegen gleich ein schlechter oder komplett kranker Mensch?! Ich ließ mich zurück ins Gras sinken und starrte einen Baum an. Ich hatte es nicht verdient zu leben, wieso musste ich in der Hölle leben? Diese Fragen konnte mir niemand beantworten aber irgendwann würde ich wissen warum mir das alles passiert, es war einfach Schicksal, das musste ich mir immer sagen. Ich würde meine Antworten noch bekommen, da war ich mir sicher aber ob ich es solange aushalten könnte ohne mir das Leben zu nehmen.  Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es fast 24 Uhr war. Ich wollte nicht zu Chester, ich konnte da nicht mehr hin, es würde mich wieder in mein Loch werfen. Ich stand auf und ging wieder durch die Straßen. Ich riss mich zusammen und klingelte, der pennte bestimmt schon. Bitte, sei zuhause, noch mal drückte ich die Klingel. Brad öffnete verpennt die Tür. "Hi, was ist denn los?" nuschelte er verschlafen. Ich spürte die Tränen auf meinen Wangen und sah auf den Boden. Er zog mich an sich und schloss seine Arme um mich. "Willst du reden?" Ich schüttelte den Kopf und presste  mich an ihn. "Du zitterst ja. Komm rein!" Er legte seinen Arm um mich und setzte sich mit mir auf die Couch. "Erzähl mir was los ist!" "Nein, ich kann nicht!" schluchzte ich und vergrub meinen Kopf an seiner Brust. "Willst du was trinken?" Ich nickte und er gab mir ein Taschentuch. Ich konnte es ihm nicht erzählen. "Tust du mir 2 Gefallen?" fragte ich leise und nahm ihm dankend das Glas Wasser ab. "Natürlich!" "Kann ich heute hier bleiben?" "Sure, aber was ist denn das andre?" "Falls Chester hier aufkreuzt oder anruft, ich bin nicht da!" "Okay aber warum?" "Ich will darüber nicht sprechen!" "Hat er dir was getan?!" "Nein, das würde er nie tun, aber.!" Ich konnte es nicht sagen, denn es machte sich ein Kloß in meiner Kehle breit. Meine Worte erstickten, bevor ich sie auch nur ausgesprochen hatte. "Du kannst mir alles sagen, ich halt auch meinen Mund!" "Sorry, geht nicht!" "Komm, ich geb dir was zum schlafen und dann legst du dich in mein Bett und ich schlaf auf der Couch!" "Hast du kein Gästezimmer?" "Doch schon, aber da gehst du besser nicht rein, da herrscht, das pure Chaos!" grinste er verlegen und ich ging mit ihm in sein Zimmer. Er zog ein Schwarzes T-Shirt aus dem Schrank und gab es mir. "Schlaf gut und wenn was ist, weck mich!" Ich nickte und er schloss die Tür hinter sich. Ich zog mir das Shirt an und setzte mich aufs Bett. Ich war Brad echt dankbar, dass ich bei ihm bleiben konnte. Chester hätte mich wieder nach hause geholt, ich wollte Sams Eltern nie wieder in die Augen sehen, ich hasste sie dafür! Aber warum hasste ich sie, sie hatten doch Recht, ich sah aus wie ein Junkie. Ich legte mich hin und versuchte einzuschlafen, doch meine Gedanken kreisten die ganze zeit um dieses Gespräch.
Gegen 9 wachte ich auf und ging runter ins Wohnzimmer, Brad saß da und aß Cornflakes. "Morgen!" sagte er mit vollem Mund. "Morgen!" sagte ich und gähnte. "Gut geschlafen?" "Hm, ja. Ich lag nur noch ziemlich lange wach." "Na ja, dafür hast du ja ziemlich lange geschlafen!" "Kann sein. Ich zieh mich an!" sagte ich und ging wieder hoch. Ich hob meine Sachen vom Boden auf und zog sie an. "Brad, wo soll ich das Shirt hin tun?" "Leg es auf den Boden, ich räum das später weg!" Ich hörte, wie das Telefon klingelte. Ich ging ein Stück die Treppe runter und hörte zu. "Nein, Chaz, sie ist nicht hier und ich hab auch nichts von ihr gehört! Aber ich ruf dich an, falls ich was weiß!" Er legte auf und ich hörte Geschirr klappern. Ich war ihm echt dankbar, dass er gelogen hatte. Ich ging runter und stand vor einem gedeckten Frühstückstisch. "Ich dachte wir Frühstücken zusammen!" "Hast du nicht eben schon Cornflakes gegessen?" Ich zog die Augenbrauen hoch und betrachtete ihn skeptisch. Man, war das ein Vielfraß. "Doch aber, das war doch nicht viel!" "Okay, war ja auch nur nen Witz!" Wir setzten uns an den Tisch und fingen an zu essen. "Jess, willst du mir nicht doch erzählen, was gestern los war?" fragte Brad plötzlich, und ich zuckte zusammen. "Ich weiß nicht!" nuschelte ich und biss schnell von meinem Brötchen ab. "Du kannst es mir wirklich erzählen!" Er lächelte mich an. Ich atmete einmal tief ein. "Also, du weißt doch, dass Sams Eltern da sind!" "Ja, Chaz hat es mir gesagt!" "Okay, also. nach dem Essen, wollte ich Chaz sagen, das ich raus geh, und da hab ich ein Gespräch, zwischen Sam und ihrer Mom belauscht. Weißt du das ist echt nicht meine Art, aber als ich meinen Namen gehört hab musste ich zuhören!" Ich starrte auf meine Knie. "Sams Mom meinte ich sei ein Junkie und sie sollten mich doch in Therapie schicken, und vielleicht hätte ich AIDS und sie wolle nicht, das Draven mit so einem Missratenen Menschen aufwächst!" Ich merkte, wie eine Träne über meine Wange rollte, Brad stand auf und setzte sich neben mich. "Hey, mach' dir nichts aus denen, die sind Alt!" Er legte seinen Arm um mich. "Das sagst du so leicht!" "Mich haben die schon für Obdachlos gehalten, obwohl, die mich gar nicht kannten!" "Jetzt wo du's sagst, fällt es mir auch auf!" "Danke für die Blumen!" Wir lachten und er wischte mit dem Daumen die Tränen von meinen Wangen. "Trotzdem haben sich Recht, ich sehe schlimm aus!" "Find ich aber ganz und gar nicht, du bist hübsch!" Ich hob meinen Kopf und sah ihn an, dann spürte ich seine Lippen auf meinen. Er schob seine Zunge in meinen Mund, ich war wie erstarrt, trotz allem gefiel es mir. Unsere Lippen lösten sich von einander, sofort sah ich weg. "Also, ähm, du ich mein, der Kuss, das war jetzt nicht falsch aber ich will nicht als Groupie da stehen, der sich durch die ganze Band fickt!" sagte ich leise, er nahm meine Hand. "Ich versteh was du meinst und ich weiß auch wie der Kuss gemeint war, mach dir darum keinen Kopf!" Ich nickte und trank einen Schluck Milch. Es herrschte ein bedrückende Stille, ich sah ihn an und er grinste. "Kannst du Boarden?" fragte er. "Klar, was denkst du von mir?" "Hast du nen Board hier?" "Nee, leider nicht, das hab ich in Phoenix vergessen!" "Sollen, was Skaten, du kannst dann mein Board nehmen?!" "Okay, aber du musst dich nicht wundern, wenn ich auf die Fresse fliege!" "Ist doch nicht schlimm!" Wir räumten den Tisch ab und gingen dann raus auf die Straße. Brad fuhr nen paar Runden und hielt dann vor mir. "It's your turn!" sagte er und ich fuhr los, es klappte auch ganz gut, bis über eine hoch stehende Bodenplatte fuhr und voll auf die Fresse knallte. Toll, jetzt hatte ich ne Schramme am Knie, meine Hose war zerrissen und lag auf der Straße. "Hast du dir wehgetan?" fragte Brad und kniete sich neben mich. "Geht schon!" Er reichte mir eine Hand und half mir hoch. "Erst jetzt hab ich gemerkt, dass ich voll lange nicht mehr gefahren bin!" "Du blutest am Knie!" "Nicht schlimm!" sagte ich und setzte mich auf den Bürgersteig. "Ich hol dir nen Taschentuch und was zum sauber machen!" sagte Brad und ging dann rein. Musste der das jetzt machen, ich hatte doch gesagt, das es nicht weh tat, aber war ja lieb von ihm gemeint. Er kam wieder und schob meine Hose hoch, dann sprühte er Zeug darauf und legte das Taschentuch drauf. "Es brennt!" sagte ich und sah auf das Blut, das an meinem Bein runter gelaufen war. "Das musst du jetzt aushalten!" Ich nickte und stand auf. "Hast du nen Pflaster?" "Klar, komm mit rein!" Als wir drinnen waren, klebte er mir ein Pflaster auf die Wunde. "Danke, was machen wir jetzt?" "Sollen wir nen bisschen in den Park gehen?" "Kloro!" Ich zog meine Jacke an und wir machten uns auf den Weg zum Park. Brad erzählte mir von den Aufnahmen von Meteora und wie das alles so ganz genau gewesen war. "Beim nächsten Mal bist du bestimmt dabei, Chaz wird dich doch nicht zuhause lassen!" "Mal sehen, aber dabei wäre ich schon gerne. Macht ihr das nächste Album auch wieder mit Don?" "Weiß nicht, würde sich aber anbieten!" "Ja, ich fand ihn lustig!" "Hey, der war ganz schön hart mit uns!" "Ja, das war ja gerade das lustige!" Ich gab ihm einen Klaps auf die Schulter und er schubste mich in Richtung Straße. "Warte ich kauf mir vorher noch was Süßes, bevor in den Park gehen!" "Ja, ich warte dann hier!" Ich setzte mich auf eine Bank und sah Brad nach,  wie er zum Kiosk ging. Als er wieder kam hatte er ne große Tüte Süßes in der einen Hand und in der anderen das Rollingstone- Magazin. "Guck mal, wer da drauf ist!" Er hielt mir die Zeitung vor die Nase. "Mike!" sagte ich und verdrehte die Augen. "Oh Sorry, ich hatte es vergessen!" "Ist doch nicht schlimm, wir können das ruhig lesen!" sagte ich und ging mit ihm durch den Park. Wir setzten uns unter einen Baum. Er zog mich zwischen seine Beine und ich lehnte mich gegen seine Brust. Er stopfte sich was Süßes in den Mund und hielt mir dann die Tüte hin. Ich zog eine Grüne- Schnur raus. "Die sind sauer!" sagte Brad und schlug die Zeitung auf. "Danke für die Warnung!" "Null Problemo!" Er hatte genau die Seite mit Mike aufgeschlagen, sofort sah ich weg. ">Mike Shinoda! A Rapper in a Rockband
[aus Mikes Sicht]

Wo ist sie nur, was war denn so schlimm, das sie von Chester weg ist? Ich lief schon seit einigen Stunden durch LA und keine Spur von ihr. War ihr etwas passiert? Das könnte ich mir nie verzeihen. Ich kam an den Park, hier würde sie nie rum hängen, da waren ihr eindeutig zu viele Leute, aber ein Versuch war es wert. Ich ging durch den Park, und wer saß da unter nem Baum? Jess, man war ich happy, das ihr nichts passiert war, doch dann sah ich Brad. Sie schienen ja echt viel Spaß zu haben. Ach und das Rollingstone haben sie auch dabei. Toll, jetzt lachen die auch noch über mich. Ich hatte absolut keinen Bock mir das anzusehen. Ich steckte die Hände in die Hosentaschen und machte mich auf den Weg zu Chester. Ich klingelte und eine besorgte Sam öffnete mir die Tür. "Hi Mike!" sagte sie  und ließ mich rein. "Hi!" sagte ich leise und ging zu Chaz ins Wohnzimmer. "Hast du sie gefunden?" "Ja!" "Und wo ist sie?" "Im Park, mit Brad! Und ihr scheint es gut zu gehen!" "Man, da bin echt froh, das sie bei ihm ist!" sagte Chaz und setzte sich erleichtert auf die Couch. "Na ja, ich geh dann mal!" sagte ich und zog ab. Ich wollte alleine sein um, das was ich gerade gesehen hatte erstmal zu verdauen. Zwischen denen war doch was.


"Brad, ich glaub ich geh' dann mal besser wieder zu Chester, der macht sich bestimmt schon Sorgen!" "Natürlich, du hast ja nicht gehört, wie der geklungen hat, als er angerufen hat!" "Hm, glaubst du er schreit mich an?" "Nein, aber ich bring dich trotzdem nachhause, und erklär ihm dann alles noch mal.  Ich will nicht, das du alleine Ärger kriegst!" "Danke!" sagte ich und blieb stehen. "Jess, was ist?" "Ach nichts!" sagte ich schnell und ging weiter. Der Weg kam mir unendlichlang vor, bis wir bei Chester waren. Brad klingelte und grinste mich noch mal an, bevor Chester die Tür öffnete. "Jess, da bist du ja!" sagte Sam und schloss mich die Arme. Der Blick über ihre Schulter verriet mir, dass ihre Eltern auf der Couch saßen. Ich verdrehte die Augen und löste mich dann aus ihrer Umarmung. "Hi!" warf Brad einfach mal so in den Raum und kratzte sich am Kopf. "Ähm Chaz.ich wollte!" fing Brad an doch Chester unterbrach ihn. "Du brauchst mir das nicht zu erklären, ich versteh, warum du gelogen hast, hätte doch jeder gemacht!" "Na ja, genau deswegen hab ich sie nachhause gebracht, damit du sie nicht anschreist!" "Das wurde ich nie machen, was denkst du von mir?" "Tja, weißt du.!" "Ach lass besser!" grinste Chaz und drückte mich kurz an sich. "Chester tut mir leid, das ich einfach abgehauen bin, aber ich wusste keinen anderen Ausweg!" sagte ich leise. "Ich weiß, wie du dich gefühlt hast und deshalb, versteh ich dein Handeln vollkommen aber ich hab da noch ne Frage!" Ich nickte und warf kurz einen Blick auf Brad. "Hast du dich geritzt?" fragte er ganz leise so, das nur Brad und ich es verstehen konnten. "Nein, du kannst nachsehen!" "Ich vertrau dir da, wenn du sagst, du hast es nicht gemacht, dann glaub ich es dir!" "Danke! Ich hab dich lieb!" sagte ich umarmte ihn kurz, dann Brad und ging hoch in mein Zimmer. "Nacht Jessy!" rief Sam und ich hörte wie ihr Vater irgendwas sagte, aber ignorierte das. Brad hatte Recht, was sollte mich die Meinung von Alten Leuten kümmern, die leben doch immer noch in der Vergangenheit. Ich zog mir meine Schlafsachen an und ging dann noch mal runter. "Brad, hier sind deine Süßigkeiten!" sagte ich und gab ihm seine Tüte wieder. "Oh, die hätte ich jetzt vergessen!" grinste er und nahm mich noch mal in den Arm. Chester schloss die Tür hinter ihm und setzte sich auf die Couch. "Na ja, ich dann jetzt pennen. Nacht alle zusammen!" sagte ich fröhlich und ging wieder in mein Zimmer. Ich legte mich aufs Bett, zog mein Tagebuch aus der Schublade und schrieb einwenig, dann kuschelte ich mich unter die Decke und versuchte einzuschlafen. In 2 Tagen ging die Schule los und mittlerweile freute ich mich sogar.

"Jess, du musst aufstehen, sonst kommst du zu spät zur Schule!" sagte Sam und rüttelte mich sanft. "Och ne, nicht jetzt!" "Tja, du musst, wärst du gestern nicht solange mit Brad weg gewesen hättest du auch länger schlafen können!" "Ist ja gut, ich kann mir montagmorgens noch eine Moralpredigen anhören!" "Na, dann steh doch gleich auf, wenn man dich weckt.' Ich erhob mich und schlurfte erstmal ins Bad. Ich duschte mich und zog mir dann ne Baggy, nen Marilyn Manson Shirt, Chucks, nen Nietengürtel an. Dann nahm ich meine Tasche und ging runter in die Küche. "Morgen!" grinste Chaz und schob mir ne Schüssel Cornflakes hin. "Danke!" gähnte ich und schob mir nen paar Löffel in den Mund. "Ich fahr dich gleich!" "Ach Chaz, weißt du, dass musst du gar nicht, ich kann auch mit dem Bus fahren!" "Nee, ich will doch dabei sein!" "Wenn's sein muss!" Ich ging noch mal ins Bad, putzte Zähne und schminkte mich noch was. "Jess, wir müssen fahren, du musst ja noch ins Sekretariat!" "Ja, ich komm!" Ich ging die Treppe runter, nahm meine Tasche und setzte mich zu Chester ins Auto. "Freust du dich schon?" "Hm, total!" "Ich weiß!" Ich starrte aus dem Fenster, erst jetzt fiel mir auf, das hier auch andere Jungendliche wohnten, aber im Grunde kratzte es mich nicht, ich hatte meine Freunde. Chester hielt und ich stieg aus. "Danke, ich komm dann mit dem Bus nachhause!" "Warte!" Er stieg aus und kam zu mir. "Ich geh noch mit rein!" "Hey, nicht das ich dich peinlich finde, aber ich bin kein Kleinkind mehr!" "Trotzdem!" Wir gingen zusammen rein und ich merkte, wie uns alle anstarrten. Ich ging ins Sekretariat, holte den Zettel ab, in welchen Raum und in welche Klasse ich musste. Chester ging mit bis vor die Klasse. "Hat es schon geklingelt?" fragte ich Chester und ein Mädchen lächelte mich an und schüttelte den Kopf. "Also Jess, mach's gut und ich hol dich dann ab!" "Nein, ich fahr mit dem Bus!" "Okay, na ja viel Spaß!" sagte er und nahm mich in den Arm. Ich nickte und ging dann in die Klasse, es waren noch verdammt viele Plätze leer. Ich setzte mich in die Mitte und wer setzte sich glatt neben mich, dieses Mädchen von eben. "Hi ich bin Amber und du?" "Jessica!" Ich schüttelte die Hand, die sie mir reichte. "Ich wette du kommst aus Louisiana!" "Wie kommst du denn darauf?" "Na, weil du so nen Südstaatenakzent hast!" "Achja, hab ich das, aber leider liegst du falsch!" "Wo kommst du denn her?" "Phoenix/Arizona!" "Bist du auch neu?" "Ja!" Man, wieso laberte die mich so zu? Sie war ja so ne richtige Barbie und auf solche Mädels hatte ich echt keinen Bock. Mittlerweile erzählte sie mir, was sie in den Ferien gemacht hatte. ".und, was hast du gemacht?" "Erst war ich in Phoenix, dann war ich mal auf nem Konzert und dann bin hier nach LA gezogen!" "Cool. Was hast du denn da am Arm?" Ich verdrehte die Augen und zum glück vibrierte mein Handy. "Hallo? .Oh Hi Brad.Ja bin ich.Okay, ich ruf dich an, wenn ich zuhause bin! ...Bye!" Ich legte auf und genau jetzt kam der Lehrer rein. Man, das war ja, ne Trantüte. Amber steckte mir dauernd Zettelchen zu, ich legte die einfach vor mir auf den Tisch.In der Pause, klebte diese Tuse auch an mir, bis ich jemand anrempelte. "Oh, Sorry." Sagte ich und drehte mich dann um. "Hi Jess!" "Matt, was machst du denn hier?" "Ich muss erstmal bei meiner Tante bleiben, mein Dad und meine Mom haben voll Stress." "Ach so! Wie geht's?" "Gut und dir?" "Auch!" Ich drehte mich um und sah, das Amber immer noch hinter mir stand. "Sollen, wir zusammen essen?" fragte Matt und ich zog mit ihm in Richtung Cafeteria ab. "Jessica, warte!" Amber kam hinter uns her. "Wer ist das?" "So ne Tuse, die an mir klebt!" "Du Arme!" Wir holten uns was zu essen und setzten uns dann alleine an nen Tisch. "In welcher Klasse bist du?" Ich hielt ihm den Zettel hin und er zog seinen aus der Tasche. "Ey, in der bin ich auch!" "Wo warst du denn?" "Verschlafen!" Er grinste mich an und ich fing an zulachen. Matt, war wirklich cool, ich verstand mich echt gut mit ihm. Nachdem essen, gingen wir zusammen zur Klasse. Schon am ersten Tag, bekamen wir ne Verwarnung, doch mal auf zupassen. Wenn Chester, das raus bekam, würde ich verdammt viel Ärger kriegen. Matt, hatte ne Derby und damit fuhr er mich nachhause. Fröhlich ging ich rein, Chester und Phoenix saßen auf der Couch und schrieben etwas. "Na, wie war der erste Schultag?" "Cool. Kannst du dich noch an den Typ vom Flughafen erinnern?" "Ja, klar!" "Der ist in meiner Klasse!" "Super!" Ich ging hoch in mein Zimmer und rief Brad an, nebenbei machte ich noch Hausaufgaben. Gegen Abend ging ich mit Chester und Sam essen.

Mittlerweile, war ich seit 4 Tagen in der Schule, heute war Donnerstag und gleich würde es klingeln. Matt malte nen Bild von unserem Lehrer, wie immer eigentlich. Noch 10 Sekunden, ich schrieb mir schnell die Hausaufgaben auf und stopfte dann meine Sachen in die Tasche. "Endlich, ich dachte die Stunde geht nie rum!" sagte Matt und schob sich nen Kaugummi in den Mund. "Ich auch, man! Shakespeare find ich zwar interessant aber Othello, nein danke!" "Jo!" Als wir draußen waren, fielen mir doch fast die Augen raus, da stand Brad. "Hi, was machst du denn hier?" fragte ich und umarmte ihn. "Ich dachte mir, hole ich dich mal ab!" "Cool danke!" Wir stiegen ein und ich machte das Radio an. "Hey Man hat der sie noch alle?" fragte Brad, denn als er zurückgesetzt hatte, war nen Typ in nem Auto blitzschnell  aus seiner Parklücke gefahren. "Mike, hat doch auch so nen Auto oder?" fragte ich und machte mir ne Kippe an. "Ja, wo du's sagst!" "Glaubst du mir stehen schwarze haare?" fragte ich und sah ihn von der Seite an. "Ja, warum nicht aber das Braun sieht auch schön aus!" "Okay, ich frag Einfachmahl Sam, sie weiß das besser als du!" "Hey, soll das etwa heißen, ich hab keinen Geschmack?!" "Nee, nur keine Ahnung!" "Na, dann! Aber mal zu was andrem, was macht denn die Schule?" fragte er mit einem breiten Grinsen. "Ganz gut, nur ich komm mit Mathe nicht so ganz klar!" "Soll ich dir helfen?" "Kannst du das denn überhaupt?" "Ja, ich hatte immer ne 2!" "Okay, wann kannst du denn mal?" "Heute?" "Ja, das ist gut!" "Ich komm dann jetzt mit, wenn es dir nichts ausmacht, wir haben ja schon halb 4!" "Mir macht das doch nix!" Er hielt und wir gingen rein. "Bin zuhause!" rief ich und knallte die Tür zu. "Hallo!" sagte Sam und kam aus der Küche. "Hi Sam, ist Chester nicht da?" fragte Brad und drückte sie kurz an sich. "Nein, der ist mit Draven zum Spielplatz!" "Ach so, dann kommt der ja bald!" "Wir lernen was!" sagte ich und zog Brad die Treppe hoch. "Ach, so nennt man das heute!" "Wie denn sonst, wenn ich in Mathe nichts auf die Reihe krieg!" rief ich und öffnete die Tür meines Zimmers. "Ist was unordentlich!" "Macht nix!" Wir setzten uns aufs Bett und ich  zog meine Mathe Sachen aus der Tasche. "Was machst du denn in Mathe?" Ich zeigte ihm alles. "Ah, warte ich les mich da kurz mal rein!" "Ja, mach mal!" Ich ließ mich zurück aufs Bett fallen und seufzte. "Okay, ich kann das. Also was verstehst du nicht?" "Alles, wie wäre es damit!" "Dann fangen wir mal ganz von vorne an!" "Ja!" "Also.!" Er fing an mir alles zu erklären, mittlerweile war es halb 8.  "Ich hole mal was zu trinken!" sagte Brad und stand auf. "Hm!" Er ging runter.

"Hi Mike, komm rein!" sagte Chester und trat zur Seite. "Hi!" nuschelte er und Chester schloss hinter ihm die Tür. "Ich muss mal mit dir sprechen!" "Chaz, was ist denn?" "Das wollte ich dich auch fragen!" "Nichts, was soll schon sein?!" "Du bist so deprimiert, und ziehst die vollkommen zurück!" "Weißt du.!" "Hi Mike!" Brad kam die Treppe runter, Mike sah weg. "Ich hole nur was zu trinken!" "Ach so!" grinste Chaz und betrachtete Mike. "Was wolltest du sagen?" "Ach später., wenn" er deutete mit dem Kopf in Richtung Küche " wieder Oben ist!" Chester nickte und Brad kam mit 2 Flaschen Cola wieder. "Und wie klappt es?" "Ja, ganz gut!" "Macht es euch gemütlich, ihr habt ja noch Zeit!" "Ich weiß!" grinste Brad und ging wieder hoch. "Also, weißt du es ist wegen Jess!" "Was soll mit ihr sein!" "Ich hab gemerkt, dass ich mehr für sie empfinde!" Chester sah Mike mit großen Augen an. "Chaz, ich würde gerne mal mit ihr sprechen, aber sie hängt ja nur noch mit Brad rum!" "Der geht ja spätestens um 9, dann ruf ich dich an und du kommst, dann einfach vorbei und redest mit ihr!" Mike nickte und ging, dann zur Tür. "Danke!" nuschelte er und schloss die Tür hinter sich.

"Cool, jetzt versteh ich das auch. Danke!" sagte ich und umarmte Brad. "Bitte, war doch selbstverständlich, dass ich das für dich mach!" Er fuhr mit der Hand über meinen Rücken. "Sollen wir noch was machen?" "Ist mir egal, aber allzu lange kann ich nicht, muss ja morgen wieder in die Schule!" "Okay, lass uns was labern!" Ich nickte und legte mich auf mein Bett. "Warte!" sagte ich und rannte schnell in Chesters Musikzimmer. Kaum hatte ich die Tür auf gemacht, knallte ich in ihn. "Sorry!" "Macht nix. Jess, gut das ich dich sehe, ich muss, wenn Brad weg ist noch mit dir reden!" "Ja, kein Problem!" sagte ich kurz und nahm mir die Akustik Gitarre. Ich ging zurück in mein Zimmer. "Was sollen wir damit?" "Ich dachte, du bringst mir noch was bei!" "Okay!" Er zeigte mir noch nen paar Griffe. "Also, wenn du das auf dem Bass oder der E-Gitarre spielst, klingt es besser." "Welcher Song war das denn?" "Faint!" "Hat man nicht wirklich gehört!" "Ja, aber das liegt an der Akustik Gitarre!" "Ach Schnee!" grinste ich und knuffte ihn in die Seite. "Ich glaub ich geh jetzt mal, wir sehen uns dann morgen?" "Ja klar, da musst du doch nicht fragen!" Ich ging mit ihm runter zur Tür. "Ciao!" sagte ich und er nahm mich in den Arm. "Bis morgen!"  Ich machte die Tür zu und ging in die Küche. "Na!" "Und kannst du's jetzt?" "Ja, glaub schon! Ich war halt noch nie ein Mathegenie!" "Aber das kann sich ja noch ändern!" "Glaubst du?" "Klar, wenn du dich anstrengst!" Ich nickte und öffnete den Kühlschrank. Ich ging kurz ins Wohnzimmer, weil Draven irgendwas gebrabbelt hatte, als ich wieder in die Küche kam, war Chester am Telefonieren. "Der Baum in meinem Garten steht gut!" Wat laberte der da? "Das Auto ist aus der Garage gefahren!" Er betonte diesen Satz ganz seltsam, ich zog nur die Augenbrauen hoch. "Der Hund ist in der Hundehütte!" Ich nahm mir ein Glas und hielt es an dieses Teil für Eiswürfel am Gefrierschrank. "Er ist weg!" flüsterte Chester und legte dann auf. "Mit wem hast du gesprochen?" "Mit Joe, er wollte nur was wegen, dem Jammen wissen!" "Ah. Wo's mir gerade einfällt, worüber wolltest du denn mit mir sprechen?!" "Über Mike!" "Muss das sein?!" "Ja, das muss jetzt mal!" "Ich bin nicht besonders Scharf darauf über ihn zureden!" "Bitte!" "Okay, worum geht's?" "Na, er ist in letzter Zeit so seltsam, weißt du, wenn wir Texte schreiben wollen, dann kriegt er nix auf die Reihe. Weißt du was er hat?" "Nein, woher denn auch!" sagte ich, nahm mein Sandwich und ging ins Wohnzimmer. Ich wollte nicht über ihn sprechen, das tat einfach zu weh. Ich schaltete den Fernseher ein und sah mir MTV an. Chester setzte sich neben mich und sah mich an, ich ignorierte es. Doch ich merkte, wie er immer wieder auf die Uhr sah.
Es klingelte an der Tür, wie immer stand keiner auf. Also, war es wieder an mir. Ich schlurfte zur Tür und öffnete. "Chester ist für dich Mike!" sagte ich und wollte gehen. "Nee, für mich nicht!" "Sam?" "Nein, ich erwarte nach 22Uhr keinen Männerbesuch mehr!" Chester räusperte sich. "Sorry, Schatz!" grinste sie. "Draven?" "Der ist im Bett und schläft!" So nen' Mist aber auch. "Ist dann wohl für dich!" sagte Chaz und grinste. Ich wollte die Tür zumachen, doch Mike stellte seinen Fuß dazwischen. "Bitte, Jess, ich muss mit dir sprechen!" "Wenn's sein muss!" "Ja, aber können wir vielleicht nen raus gehen?" "Klar!" sagte ich gelangweilt und nahm meine Jacke. "Bin gleich wieder da, wird nicht lange dauern!" Ich schloss die Tür und ging mit ihm die Straße entlang, die Straßenlaternen gingen an. Er schwieg und starrte auf den Boden. "Du, es tut mir leid!" "Bringt nichts!" "Aber ich kann dich nicht vergessen, denn erst jetzt hab ich gemerkt, wie sehr ich dich Liebe, aber du bist ja mit Brad zusammen. Ich kann und will nicht mehr!" Wir drehten um und gingen zurück. "Ich stand auch vorm Abgrund, und da hat mich jemand rausgeholt, da musst du jetzt alleine durch!" "Das schaff ich aber nicht!" Wir setzten uns auf die Treppe vor dem Haus. "Musst du!" "Es geht nicht, bitte Jess verzeih mir!" "Nein Mike und jetzt geh!" Er stand auf und ging einige Schritte, dann drehte er sich um und ich sah, wie Tränen auf den Asphalt tropften. "Bist du dir sicher, dass ich gehen soll?" "Ja, und jetzt geh!" schrie ich und ich merkte wie Tränen über Wange liefen. "Ich will dir noch eins sagen, bevor ich geh' Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben und das ich dich Liebe!" "Ich lieb dich doch auch!" sagte ich und sah weg. Ich merkte, dass er wieder vor mir stand. "Aber du bist doch mit Brad zusammen?" "Nein, wie kommst du darauf?" "Weil du soviel mit ihm machst!" "Er ist mein bester Freund und ich wollte mich von dir ablenken, deshalb hab ich mich so oft mit ihm getroffen!" Er nickte. "Soll ich immer noch gehen!" Ich schüttelte den Kopf, und sah wie einige Tränen auf die Stufen fielen. "Wein nicht!" sagte er und drückte mein Kinn hoch, dann küsste er mich. Seine Lippen waren so weich, ich spürte seine Zunge in meinem Mund. Eine wärme kroch durch meinen Körper, wie noch nie zuvor. Unsere Lippen lösten sich von einander. Mike sah mir tief in die Augen. "Ich liebe dich!" sagte er und nahm mich in den Arm. Ich roch an seinem Pulli und kuschelte mich an ihn.

THE END...

Story by: lp-glue

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